Doppelt hält besser: Hebammen bei Hausgeburten

Dies ist Teil 1 der Serie „Hebammen bei Hausgeburten“.
Ich werde hier auf die anderen Teile verlinken, sobald diese fertig sind.
Teil 2 wird sich mit den medizinischen Möglichkeiten für eine Hebamme bei der Hausgeburt beschäftigen.
In Teil 3 gehe ich auf die Kosten einer Hausgeburt ein.
Der 4. Teil beschäftigt sich mit der Rolle einer Hebamme bei einer Verlegung ins Krankenhaus.

Du erfüllst die medizinischen Voraussetzungen für eine Hausgeburt und hast dich auch mit den praktischen Fragen (Link folgt) genügend auseinander gesetzt. Du hast dich für eine Hausgeburt entschieden.

In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, welche Rolle die Hebammen bei deiner Hausgeburt haben werden.

Ja, du bist bei einer Hausgeburt in einer luxuriösen Situation: Für dich und dein Kind sind gleich zwei Hebammen zuständig — und zwar nur für euch, für keine anderen Geburten zusätzlich. Das Vier-Augen-Prinzip greift auch hier, und das ist aus mehreren Gründen gut.

Praktische Details

Auch Hebammen müssen mal verschwinden — ins Bad, zum Auto (um irgendetwas zu holen), oder auch einfach mal, weil sie eine kleine Pause brauchen. Da ist es schön, wenn die andere Hebamme trotzdem noch bei dir ist. Du bist also in keiner Sekunde alleine (außer, du willst es). Beim Schreiben des Geburtsprotokolls können sie sich ebenfalls abwechseln.

Wenn die Hebammen nicht gerade im Nachbarhaus wohnen, kann es sein, dass die eine länger als die andere zu dir braucht. Die Chancen sind also gut, dass zumindest eine schneller durch kommt. 😉

Außerdem kommen auch Hebammen nicht an der Notwendigkeit vorbei, genug Geld zu verdienen. Hausgeburtshebammen betreuen nie viele Frauen gleichzeitig und achten darauf, dass die errechneten Geburtstermine sich nicht sehr nahe sind. So wollen sie vermeiden, dass zwei ihrer schwangeren Frauen gleichzeitig gebären. Aber – wie das bei Kindern nun mal so ist – es lässt sich schlecht alles planen. Tatsächlich kann es vorkommen, dass zwei Frauen gleichzeitig zu betreuen wären. Da ist es gut, wenn man im Team arbeitet und zumindest eine Hebamme kurzzeitig kommen kann.

Und schließlich haben auch Hebammen noch ein Privatleben. Manchen fällt es schwer, das zu glauben, aber auch Hebammen warten nicht grundsätzlich nur auf deinen Anruf. Natürlich werden sie in der heißen Phase nicht verreisen, aber vielleicht ist sie gerade im Schwimmbad!? (Die meisten Hausgeburtshebammen haben allerdings zusätzlich zu ihrem normalen Telefon noch ein „Geburtstelefon“. Die Nummer bekommen nur die entsprechenden Hausgeburtsfrauen (und Partner*innen), und die Nummer wird nur gewählt, wenn die Geburt beginnt — denn dieses Telefon ist immer laut und immer dabei! (Ich habe mir sagen lassen, dass eine Hebamme mal ein ganzes Kino brüskiert zurückgelassen hat, als zwei Wochen vor dem geplanten Termin der Anruf kam…)

 

Medizinische Sicherheit

Wenn du dir nicht sicher bist, holst du eine zweite Meinung ein. So geht es Hebammen auch. Wenn irgendetwas nicht rund läuft, ist es immer gut, sich mit einer anderen Person vom Fach kurz rück-schließen zu können.

Außerdem fällt einer Hebamme vielleicht etwas auf, das einer anderen entgangen ist.

Und schließlich beherrschen zwar alle Hebammen grundsätzlich alles, was sie in der Ausbildung gelernt haben; verschiedene Schwerpunkte, persönliche Vorlieben oder spezielle Weiterbildungen können aber in dieser Hinsicht noch andere Möglichkeiten eröffnen, die dir bei nur einer Hebamme versperrt blieben.

Für gewisse medizinische Handlungen ist es außerdem einfacher, wenn vier geschulte Hände einen Vorgang durchführen, als wenn eine Hebamme das alleine machte. Das gilt übrigens nicht nur während der Geburt, sondern auch danach, wenn das Geburtszimmer wieder hergerichtet wird (ja, es kann schmutzig werden…)

Übrigens, auch in Spanien sind normalerweise zwei Hebammen bei Hausgeburten dabei — in Laras Fall ist dann nur eine gekommen.

Habe ich noch Punkte vergessen, warum bei einer Hausgeburt gleich zwei Hebammen zugegen sind? Lass es mich in einem Kommentar wissen!