Katharina: Eine Wassergeburt in der Küche

Unser Sohn Jonathan wird morgen 8 Wochen alt. Er ist ein wunderbares
Kind — sehr entspannt, freundlich und hungrig 🙂 Seine Geburt war sehr angenehm und überraschend kurz. Sie war körperlich anstrengend, aber ein tolles Erlebnis.

Jonathan ist bei uns zu Hause in der Küche im Gebärpool zur Welt gekommen. Ich konnte ihn mit meinen Händen auffangen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl.

Die Zeit der Wellen hat sich sehr von der Geburt unseres ersten Sohnes unterschieden: Im Gegensatz zu vor 2 Jahren konnte ich mich nun viel besser auf mich selbst konzentrieren. In der Küche herrschte absolute Ruhe und zwischen den Wellen bin ich in eine Art Mini-Meditation gefallen. Das langsame Ausatmen während der Wellen war sehr hilfreich.

Ich habe gemerkt, wie wichtig diese ruhige und heimelige Atmosphäre (nur mit Kerzenschein 🙂 ) für mich war, als die Hebamme die Handtücher für’s Neugeborene in den Backofen legen wollte und es (eigentlich leise) Geräusche gab. Das hat mich total aus dem Konzept gebracht und ich habe sie angeherrscht, dass alle leise sein sollten — Für mich der Beweis, dass eine Klinikgeburt für mich persönlich viel anstrengender gewesen wäre.

Ich habe dann aber zum Glück schnell wieder zu mir zurückgefunden. Nach einer besonders starken Welle gegen Ende habe ich kurz den Glauben an mich verloren und um Hilfe gerufen. Da hat es sich dann ausgezahlt, dass ich den Hypnoirthing-Kurs im Vorhinein nicht alleine, sondern mit meinem Mann Max gemacht hatte. Er konnte mich mit unseren vereinbarten Redewendungen, seiner Stimme und seiner Berührung innerhalb weniger Sekunden wieder zurück in die Konzentration holen.

Kurz darauf konnte ich mit dem Finger bereits Jonathans Köpfchen spüren und ab da wusste ich, dass wir die Geburt gemeinsam gut meistern würden. Die Welle, mit der das Köpfchen geboren wurde, war einer der wundervollsten Momente überhaupt. Ich war ganz wach, ganz bei mir. Und meinem Kind. Erst später habe ich realisiert. dass Max Fotos gemacht hatte, so konzentriert war ich. 🙂

Jonathan war danach ziemlich entspannt, schnell hungrig, aber ausgeglichen. Er hatte einfach wesentlich weniger zu verarbeiten, als sein großer Bruder damals. Der Große hat das alles übrigens verschlafen. Ich habe ihn abends mit mittelstarken Wellen uns Bett gebracht und morgens ist er zu uns ins Bett kuscheln gekommen — da war dann sein Babybruder da 🙂