Julias Geburten: erst lang, dann kurz

Geburtsgeschichte von Alexander, am 12. Oktober 2011

Es war ein ganz normaler Morgen wie jeder andere… vorerst. Ich wachte um sieben Uhr morgens auf und ärgerte mich, dass sich wieder nichts tat. Ich war schon den vierten Tag über dem errechneten Geburtstermin, und hatte bis dato noch keine Anzeichen von Vorwehen oder ähnlichem.

Ziemlich genervt döste ich weiter und wurde dann um halb zehn wegen leichten wiederkehrenden Schmerzen im Nierenbereich munter. Ich dachte mir noch nicht viel dabei, und ging darauf ins Wohnzimmer um fern zu sehen. Die Schmerzen blieben und wurden immer regelmäßiger.

Um elf fing ich dann mal an, die Abstände zu zählen, und siehe da: sie waren schon zwischen fünf und zehn Minuten. Um halb zwölf dachte ich mir, probiere ich mal eine warme Dusche und schau ob die Schmerzen bleiben. Gesagt, getan; Schmerzen immer noch da. Ich versuchte meinen Mann anzurufen, erreichte ihn aber nicht. Beim dritten Versuch konnte ich ihn zum Glück erreichen, denn inzwischen war es schon zwölf Uhr.

Erstaunlicherweise war ich die ganze Zeit sehr gelassen und entspannt, denn jetzt musste ich auch noch eine halbe Stunde warten, bis er von der Arbeit Heim kam und sich geduscht hatte. In der Zwischenzeit saugte ich noch die Wohnung durch, und stellte meine bereits gepackte Reisetasche samt Unterlagen bereit. Die Schmerzen waren immer noch ganz leicht, aber eben regelmäßig.

Um dreizehn Uhr waren wir dann endlich im Krankenhaus angekommen. Die Hebamme schloss mich am CTG an und kontrollierte meinen Muttermund, der zu dem Zeitpunkt zwischen ein und zwei Zentimeter offen war. Ich rechnete eigentlich damit, dass sie uns jetzt nach Hause schickt, doch die Hebamme fragte mich ob wir gleich ins Zimmer wollen oder noch eine Runde spazieren.

Wir entschieden uns fürs Zweitere und spazierten eine Runde ums Krankenhaus. Dann bekam ich auf einmal so einen Hunger, sodass ich meinen Mann Daniel überredete, mit dem Auto noch zum Mc Donald’s zu fahren (war ja zum Glück nur fünf Minuten entfernt). Wir aßen dann am Krankenhausparkplatz im Auto. Die Pommes packte ich noch, aber kaum biss ich in den Burger wurde mir schlecht und die Schmerzen wurden plötzlich auch immer stärker, sodass ich nicht mehr im Auto sitzen bleiben wollte.

Wir gingen ins Krankenhaus und wurden dann sofort auf unser Zimmer geschickt. Inzwischen war es fast halb drei. Die Hebamme machte mir einen Einlauf, der logischerweise nicht sehr angenehm war. Ich legte mich danach ins Bett und wollte gar nicht mehr aufstehen, da die Schmerzen jetzt immer heftiger wurden.

Um halb vier war es dann so heftig, dass ich es nicht mehr aushielt. Ich drückte auf den Notknopf und wollte unbedingt Schmerzmittel haben. Die Hebamme kontrollierte meinen Muttermund, der jetzt bereits auf neun Zentimeter war. Das heißt, für Schmerzmittel ist es zu spät.

Ich merkte wie die Hebamme einen Stress bekam, sie wollte, dass ich gleich aufstehe und in den Kreißsaal rüber gehe. Ich wartete eine ruhige wehenfreie Minute ab, und ging dann so schnell wie möglich rüber.

Dort drüben war dann für mich alles irgendwie in Trance, ich schrie mir bei jeder Wehe die Seele aus dem Leib, weil das mit dem Veratmen bei mir nicht klappte. Ich forderte einen Kaiserschnitt und bettelte die Hebamme an, dass sie mir gefälligst den Bauch aufschneiden soll. Ja, ich war wohl nicht mehr dieselbe in diesen Momenten.

Die Schmerzen der Wehen sind echt so arg, diese Schmerzen kann man kaum beschreiben und so heftig hatte ich es mir nicht vorgestellt. Dennoch kämpfte ich tapfer weiter, ganz ohne Schmerzmittel. Dann wurde eine Ärztin ins Zimmer gerufen, die mir einen Zugang am Handrücken legte. Da ich fiel zu flach atmete, bekam ich noch mittels einer Maske Sauerstoff zugeführt.

Mein Mann erzählte mir im Nachhinein, dass auch die Herztöne des Babys kurzzeitig fielen. Da die Fruchtblase nicht von allein platzte, wurde sie von der Hebamme geöffnet. Und dann ging es los mit den Presswehen. Die Schmerzen bei denen sind leider keinesfalls weniger oder leichter.

Ich wollte auf keinen Fall pressen, hatte nur meine Schmerzen im Kopf und hoffte so sehr, dass das bald ein Ende hat. Die Ärztin drückte mir unter den Presswehen immer auf den Bauch. Und dann durfte ich unterm Pressen nicht mehr schreien, da der Kraftaufwand zu groß dafür wäre, das war schlimm für mich. Nach zehn Minuten war dieser Horror endlich vorbei, und dann…

es war so ein unbeschreiblich gutes Gefühl, als das Baby, unser Alexander, da war. Die Schmerzen waren von einer Sekunde auf die nächste wie weggeblasen. Und alles war wieder schön, und ich wieder ganz die Alte, verzaubert von diesem magischen Moment. Die Nachgeburt danach war gar nicht zu spüren, das ging dann alles so nebenbei.

Unser Alexander kam um 16:04 kerngesund auf die Welt, und wurde mir gleich zum Kuscheln auf die Brust gelegt. Zur Begrüßung kackte er mir auch noch auf den Bauch, war in dem Moment nach all der Anstrengung sehr lustig. Voller Stolz schnitt mein Mann die Nabelschnur durch. Dann kuschelten wir alle noch etwas, bevor es dann für uns auf die Wochenbettstation ging und alles weitere seinen Lauf nahm.

 

 

Geburtsgeschichte von Matthias, am 10. Januar 2014

Ich war bereits einen Tag über dem errechneten Geburtstermin, ohne Vorwehen oder sonstigen Beschwerden. Plötzlich wachte ich nachts um zwei Uhr auf mit leichten Bauchschmerzen und begann, die Wehenabstände bis drei Uhr zu zählen. Ziemlich unregelmäßig waren sie, manchmal neun und manchmal drei Minuten.

Ich hatte aber so ein Gefühl als ob sich der Muttermund öffnete, also ging ich schnell unter die Brause. Die Schmerzen blieben… also weckte ich meinen Mann und rief die Oma an, damit sie auf den großen Bruder aufpasste. Als Oma da war, wurden die Schmerzen bereits schlimmer und wir fuhren so schnell wir konnten ins nächstgelegene Krankenhaus.

Als wir dort waren, war es bereits kurz nach vier Uhr, und auf der Station herrschte Hochbetrieb. Eine Hebamme und drei Geburten gleichzeitig. Wir bekamen ein Zimmer zugeteilt, ich ging noch gemütlich aufs Klo und machte es mir dann noch mit Kleidung im Bett bequem. Plötzlich hatte ich so eine starke Wehe, es war schon eine Presswehe.

Mein Mann drückte den Notknopf und die Hebamme kam ins Zimmer und konnte kaum glauben, dass es schon soweit war. Beide halfen mir mich unten zu entkleiden, und da ich nicht mehr gehen konnte, fuhren wir mit dem Bett in den Kreißsaal. Nach drei weiteren Presswehen und ohne Komplikationen war schon alles vorbei. Ich konnte es kaum glauben, es ging zu schnell für mich.

Das Baby, unser Matthias, hatte es sehr eilig das Licht der Welt zu erblicken, um genau 4:22. Unsere Geburt machte schnell die Runde im Krankenhaus als Blitzgeburt. Es war tatsächlich eine tolle Geburt, allerdings brauchte Matthias etwas Zeit, um sich von dieser plötzlichen Geburt ohne Vorbereitung seelisch zu erholen, und so ging es auch mir.