Natalie: Aroma-Meditation zur Geburt einer Sternenguckerin

Vor dem Sanfte-Geburt-Kurs hatte ich noch mulmige Gefühle vor der Geburt und meine größte Angst war ein Dammschnitt. Doch mit einem guten Gefühl und der Zuversicht, dass auch ich eine schöne Geburt erleben darf, fuhren wir wieder nach Hause.

Mir blieb noch reichlich Zeit, um die Entspannungstechniken zu  üben, und ich tat dies auch regelmäßig. Einen Duftstoff brachte ich auch in das Entspannungsritual, belächelte aber etwas seinen Nutzen.

Meine Schwangerschaft verlief komplikationslos. Ich habe mein Arbeitspensum als Gärtnerin soweit reduziert, dass es für mich stimmte.

Am 24. Februar, am errechneten Termin, ging es dann gemütlich los. Ich hatte den Tag über noch zufälligen Besuch von lieben Leuten. Mit meiner besten Freundin habe ich nachmittags, noch auf dem Gymnastikball hüpfend, Mario Cart spielend, leichte Kontraktionen veratmet. Um 17 Uhr rief ich meinen Mann und meine Mutter an, dass ich regelmäßig alle 8 Minuten Kontraktionen hätte.

Als die beiden dann bei mir waren, ging ich nochmals in die Badewanne und die Kontraktionen wurden sofort stärker.

In der Frauenklinik angekommen, wurden wir zuerst in einer Abstellkammer untergebracht. Denn alle Kreißsäle waren belegt. Doch wir nahmen es mit Humor und ich lief in dem kleinen Räumchen, zwischen Medikamentenschränken und  leeren Brutkästen, meine Runden.

Um 20 Uhr wurde ich dann untersucht, Muttermund 3 cm offen, und bekam einen Kreißsaal.

Dort richtete ich mich zuerst mal mit Musik und Duftlämpchen ein. Meine Mutter schickte ich noch zu Mc Donalds, da ich einen Bärenhunger hatte. Gegen 22 Uhr machten wir nochmals einen Spaziergang. Während der Kontraktionen stellte ich mir meinen Kraftbaum, eine riesige Eiche,  vor, wie sie ihre ganze Kraft von den Blättern hinunter bis zu den Wurzeln, mir und dem Baby schickte.

Um Mitternacht stieg ich dann in das Badewasser mit Lavendelöl. Dort verarbeitete ich die Kontraktionen dann visuell auf den Klippen von Irland mit immer stärkeren Wellengängen, stürmischem Wind, saftig grünen Wiesen, Möwen, und Surfern. Mein Mann schlief unterdessen auf dem Gebärbett ein und meine Mutter versorgte mich mit Wasser und Gesprächen zwischen den Kontraktionen.

Gegen 4 Uhr bat ich die Hebamme, mir meine vererbt zähe Fruchtblase zu öffnen, denn meine Kräfte ließen nach und ich wollte es zu Ende bringen.

Kurz darauf verließ ich die Badewanne, kniete mich auf den Boden und stützte mich am Bett ab. Bei jeder Kontraktion bin ich aufgestanden, weil ich so besser nach unten schieben konnte. Dann wachte auch mein Mann wieder auf. In dieser Phase der Geburt wollte ich von niemandem außer der Hebamme berührt werden.

Ich schob mein Kind mit aller Kraft nach unten. Ich brauchte diesen “Kampf”, denn ich hatte keine Geduld mehr und presste. Doch um zwischen den sehr starken Kontraktionen überhaupt wieder “runter” zu kommen, brauchte ich dann den Duftstoff. Ich war total fasziniert, wie schnell mich der Duft ruhig werden ließ und mir ein paar kostbare Minuten zum Erholen gab.

Um 5.25 kam unser Sternengucker-Kind dann kerngesund auf die Welt gepurzelt.

Ich blieb vollkommen unverletzt, was ich sicherlich dem Dammmassage-Training zu verdanken habe.

Für uns alle war es ein wunderschönes Erlebnis. Obwohl ich im Spital geboren habe, fühlten wir uns sehr wohl. Ich hatte eigentlich einen Brief für die Hebamme dabei, in dem ich meine Wünsche und “no gos” notiert hatte. Doch den brauchte ich nicht abzugeben, denn es war alles perfekt. Die Ärztin und Hebamme waren auch sehr begeistert von meiner “Aromatherapie”.