Nicole: Wassergeburt mit Selbsthypnose

Der SanfteGeburt®-Kurs bei Urs hat mir sehr viel mitgegeben; das Gelernte habe ich mit Freuden umgesetzt und fleißig geübt. Das waren meine kleinen, täglichen Wohlfühl-Oasen; so durfte ich bis auf die anfängliche extreme Müdigkeit eine völlig beschwerdefreie Schwangerschaft genießen. Das Vertrauen in mich, unser Baby und meine Stärke wuchs von Tag zu Tag.

Den Startschuss gab unsere Kleine dann genau in der Nacht nach dem errechneten Termin. Anfangs wollte sie noch nicht so richtig, Blasensprung um 01.00 Uhr, aber weit und breit keine Wellen — und das 21 Stunden lang. Sie wollte wohl noch ein bisschen Kräfte sammeln.

Doch dank den kleinen, natürlichen Nachhilfen unserer Beleghebamme zu Hause (ich wollte möglichst keine Einleitung), meiner Entspannung und nicht zuletzt dem Vertrauen, dass unsere Tochter dann schon kommt, wenn sie soweit ist, meisterten wir diese doch ziemlich lange Phase mit Erfolg.

Um 22.00 dann endlich die ersehnten Wellen, wo wir uns dann in dieser stürmischen Nacht auf den Weg ins Spital machten. Ich war dankbar und froh, mich für eine Beleghebamme entschieden zu haben, so konnte ich so lange wie möglich zu Hause bleiben, was mir sehr wichtig war.

Die eigentliche Geburt dauerte nochmals 12 Stunden; wie sich herausstellte für uns die perfekte Dauer, wir brauchten die Zeit. Den Geburtsteil, wie unser Baby zur Welt kommen sollte, haben wir im Drehbuch bewusst freigehalten, im Vertrauen, dass mein Körper mir sagen wird, was das Beste für uns ist — und so war es auch.

Wir durften, doch ein bisschen überraschend, eine wunderschöne Wassergeburt erleben. Das warme Wasser half mir, all das gelernte umzusetzen, und wir wurden 1000-fach belohnt.

Von der Geburtswanne aus konnten wir das Erwachen des Tages beobachten und nicht lange danach unseren Engel überglücklich und in Freudentränen aufgelöst in die Arme schließen.

Abgesehen von einem etwas mehr als normalen Blutverlust ging es mir hervorragend —  und das nach 33 Stunden Wachzustand! Ich erholte mich im Wochenbett sehr schnell, was wiederum meine Hebamme in Staunen versetzte, das hätte sie nicht alle Tage, meinte sie.

Wir und auch unsere Hebamme sind überzeugt, dass der SanfteGeburt®-Kurs uns genau das mitgegeben hat, was wir brauchten.

Unsere Tochter ist eine sehr ausgeglichene und fröhliche kleine Persönlichkeit und entwickelt sich prächtig. Wir sind unglaublich stolz auf sie.

Zusatz:
Hier habe ich noch ein Gedicht von Frédéric Leboyer welches ich finde, super zu unserem Geburtserlebnis passt, aber auch zu Eurer Philosphie. Vielleicht möchte es Deine Frau Heidi mal auf Eurer Facebookseite veröffentlichen, sie postet immer so wunderschöne Sachen.

Die sanfte Geburt (Frédéric Leboyer)

Vor dem Augenblick der Geburt, diesem so empfindlichen Moment, sollten wir die grösste Hochachtung haben.
Hier geschieht etwas, das so wenig greifbar ist, wie das Erwachen am Morgen.
Das Kind ist auf der Schwelle zwischen zwei Welten.
Es zögert…
Nicht stören. Warten. Es ist die Morgendämmerung.
Störe nicht jenes Morgenrot, das sich grossartig und majestätisch über alles breitet. Warte. warte.
Wie langsam, wie gewichtig vollzieht sich der Übergang.
Dieses Kind erwacht zum ersten Mal.
Es ist noch mit einem Fuß im Reich der Träume, der andere stößt schon an die Bettkante.
Es verlässt die Ewigkeit und springt in die Zeitlichkeit.
Das Kind hat begonnen zu atmen.