Wehen bei Männern — der ungleiche Vergleich

Ich habe mal wieder ein Video von zwei Männern gesehen, die mit Hilfe von Elektroschocks erleben sollten, wie sich Wehen anfühlen. In diesem Fall schreibe ich bewusst „Wehe„, denn den beiden jungen Männern tat es ganz schön weh.

Videos gibt mehrere, der konkrete Anlass für diesen Blogbeitrag war dieses hier: Youtube-Video.

Natürlich ist es im ersten Moment lustig, wenn wir sehen, wie sich Männer mit Wehen rumschlagen.

Aber dann schaltet sich mein Kopf ein, und ich empfinde Empörung, und zwar aus unterschiedlichen Gründen:

  • Nicht jede Frau erlebt die Wehen auf die gleiche Art; solche Videos suggerieren das aber.
  • Geburtserlebnisse bestehen aus mehr als Wehen. Das wird in den Videos meist unterschlagen.
  • Bei einem normalen Geburtsvorgang steigt der Spiegel des Hormons Oxitozin mit jeder Welle an. Dieses Bindungs-hormon löst Glücksgefühle aus… Den Männern wird das unterschlagen.
  • Jede Frau, die gelernt hat, auf ihren Körper zu hören, kann zwischen den Wehen Kraft schöpfen. Das trainieren wir schon in der Schwangerschaft, denn auch da gehen wir notgedrungen bewusster auf unseren Körper ein.
  • Frauen wissen, warum sie durch diesen Prozess gehen: Sie wollen ihr Kind in den Armen halten. Es ist nicht einfach nur eine „Mutprobe“.

Nach dem ersten Grummel über solche „Selbstversuche“ von Männern sehe ich auch die positiven Seiten:

  • Eine schnelle Internetrecherche hat ergeben, dass auch Videos von orgiastischen Geburten auf Youtube viele Klicks haben (zum Beispiel das hier von Larissa Horlacher).
  • Wenn dieser Selbstversuch dazu führt, dass diejenigen Teile der Gesellschaft, die keine Kinder gebären, mehr auf die Bedürfnisse von Schwangeren eingehen, haben diese Videos vielleicht doch etwas Gutes.

Wie siehst du „Selbstversuche“ mit Elektroschocks, um Wehentätigkeit zu simulieren? Ich freue mich über Kommentare!