Sylvia 2/3: Nadine: Die körpereigene Geburtsvorbereitung

Sylvia schreibt auch über ihre zweite Geburt. Die Geschichte ihrer ersten Geburt kannst du hier nachlesen: Sylvia: 1/3: Angelika: Erstmal putzen. Und hier findest du ihre dritte Geburt: Sylvia 3/3: Vanessa: aller guten Dinge sind drei.

 

Ich war den ganzen Tag zuhause mit meiner großen Tochter Angelika und bin die meiste Zeit gelegen. Mein Körper bereitete sich auf die Geburt vor – und wieder mal, ohne dass es mir bewusst war.

Ich konnte fast nichts essen und mein Darm reinigte sich mit Durchfall. Wie klug von ihm!

Gegen halb 4 nachmittags konnte ich nicht mehr liegen. Ich hatte immer ein Ziehen in meinen Po-Backen – ja genau, ich hatte die Wehen in die Po-Backen hinein!

Und bei der Vorbereitung erzählten sie, dass der Bauch bei den Wehen hart wird – ich hatte das natürlich nicht. Genau wie bei Angelika spürte ich die Wehen wieder mal in einem anderen Körperteil als üblicherweise.

Also, um halb vier rief ich meinen (jetzigen) Mann an und sagte, es gehe los ins Spital. Seine Schwester blieb einstweilen bei Angelika.

Kurz vor halb fünf kamen wir im Krankenhaus im Nebenort an.

Ich arbeitete damals selber im Krankenhaus bei uns im Ort und darum wollte ich dort nicht entbinden – weil mich ja alle kennen und ich wiederum keine Ruhe und Zeit für mich gefunden hätte. Diese Entscheidung habe ich bewusst so getroffen, denn im eigenen Krankenhaus war es manchmal so, dass man sich einiges selber „machen musste“, da man sich ja auskennt. Und so war ich „fremd“ und durfte mich auch mal betreuen lassen.

Wir durften gleich im Kreißsaal bleiben, da der Muttermund mittlerweile schon ziemlich weit offen war. Alleine das Liegen war für mich nicht angenehm, also ging ich die meiste Zeit umher. Ich hatte ja immerhin die Wehen in meinen Po-Backen, wodurch es beim Gehen doch leichter erträglich war.

Lange dauerte es nicht und ich musste mich gegen halb sechs doch aufs Bett legen. Und dann ging es wieder schnell.

Ich hatte nur wenige Presswehen und um 17:37 erblickte meine zweite kleine Maus das Licht in dieser Welt. Wow, war das ergreifend!

Nadine wurde mir wieder gleich auf den Bauch gelegt und mein Mann durchtrennte dann nach gegebener Zeit die Nabelschnur. Dieses mal bin ich gerissen — auch Nadine hatte einen Dickschädel — und wurde nach der Entbindung wieder genäht. Das einzig Unangenehme daran war wieder, dass mir nach der Anstrengung kalt war. Ansonsten war es ok.

Dieses Mal hatte ich die Begleitung  meines Mannes. Während der Geburt hätte ich mir von ihm nicht unbedingt mehr Hilfe gewünscht – es standen mir ja alle beim Gehen im Wege! Also war ich froh, dass er sich im Hintergrund hielt.

Ich selber fühlte mich auch stark genug – und hatte auch das tiefe Wissen, dass alles sehr gut geht – wie beim ersten Mal.

Erstaunt war ich nur, dass beide Geburten so „kurz“ gewesen waren. Im Vorbereitungskurs haben sie immer wieder erwähnt, dass die erste Geburt meist 24 Stunden oder mehr dauert. Tja, und ich war mit 5 Stunden bzw. 2 Stunden dabei – für mich und meinen Körper erstklassig!

 Auf jeden Fall ist es ein großartiges und wunderbares Gefühl, einen so kleinen und vollkommenen Menschen zu sehen und zu spüren.

Bewundernswert die Natur! Ein großes Geschenk.