„Nein, das Baby ist noch nicht da. Hört auf, zu nerven“

Wir freuen uns auf den Nachwuchs! Und natürlich wollen alle auch immer wissen, wann es denn so weit sein wird. Die allermeisten von uns haben in ihrem Mutterpass einen errechneten Geburtstermin — mit Stempel von der Hebamme oder der gynäkologischen Praxis.

Und die allermeisten von uns geben diesen errechneten Termin auch großzügig bekannt — zumindest beim ersten Kind.

In manchen Situationen ist das nötig, zum Beispiel in der Personalverwaltung, die wissen muss, wann ich wegen des Mutterschutzes aus der Firma verschwinde. (Auch eventuelle Babysitter*innen für ältere Geschwister sollten den Zeitraum einer möglichen Geburt genauer kennen…)

In anderen Situation wäre es uns allerdings grundsätzlich erlaubt, auch nebulöser zu formulieren: „Irgendwann im Mai“ lässt Raum für Interpretationen. „Das Baby kommt an seinem Geburtstag“ ist gewitzt und sehr weit gefasst. „Ich bin jetzt im 5. Monat“ ist ebenfalls ziemlich offen.

Doch warum sollten wir das tun? Es ist doch schön, die Vorfreude mit Menschen zu teilen!

Hier kommt eine sehr persönliche Seite von dir zum Ausdruck — die du vielleicht vor der ersten Geburt gar nicht so richtig einschätzen kannst:

Je mehr Menschen wissen, dass du „am 10. Juli“ ausgezählt bist, desto höher ist die Chance, dass du kurz vor Ende deiner Schwangerschaft Nachrichten im folgenden Stil bekommst: „Ist das Baby schon da?“ „Kannst du dich noch bewegen?“ „Wirst du langsam nervös?“ „Ist die Kliniktasche schon gepackt?/die Hausgeburt vorbereitet?“

Sollte dein Kind nicht zum errechneten Termin seinen Geburtstag feiern, wird es danach vermutlich noch schlimmer: „Geht es dem Kind denn gut?“ „Wann warst du das letzte Mal zur Untersuchung?“ „Sollte nicht langsam mal eingeleitet werden?“

An manchen Frauen gehen diese Fragen spurlos vorbei, oder sie freuen sich sogar über die Aufmerksamkeit, weil es ihnen die Gelegenheit gibt, über ihre Gefühle und ihre körperliche Lage zu sprechen.

Anderen Frauen gehen diese Fragen schnell auf die Nerven — besonders, wenn die Fragen nicht von guten Freund*innen oder nahen Verwandten, sondern von entfernten Bekannten kommen, mit denen eigentlich kaum Kontakt besteht… Und in den Zeiten von Smartphones und multiplen Kommunikationskanälen sinken die Schranken, einfach mal schnell ein „na, hast du schon Alpträume vor der Geburt? Meine war ja damals so schrecklich…“ rauszuhauen. Danke, darauf kann ich verzichten. (Dazu in einem späteren Artikel noch mehr…).

Wenn du also zu denjenigen Menschen gehörst, die solche Botschaften tendenziell schnell nerven, dann könnte eine Strategie sein, den errechneten Geburtstermin gar nicht erst vielen Leuten zu sagen.

Übrigens, manchmal hilft tatsächlich auch die Begründung, damit Menschen in deiner Umgebung nicht andauernd nachhaken „welche Woche bist du denn jetzt GENAU?!“:

„Ich verrate den errechneten Termin nicht; denn dann melden sich kurz davor alle und wollen wissen, wie es mir geht. Darauf habe ich keine Lust. Aber keine Sorge, wenn der Nachwuchs da ist, werde ich dich angemessen informieren.“

Wie bist du mit deinem errechneten Geburtstermin umgegangen? Hast du ihn für dich behalten oder vielen Menschen verraten? Hast du die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen neugierig oder sogar ungeduldig werden? Hat es dich gestört?

Hinterlass mir gerne einen Kommentar!