Isa: 4 Geburten mit starkem Willen zum Urvertrauen

Isa beschreibt ihre vier Geburten und den Weg, den sie dabei zu ihrem eigenen Urvertrauen zurücklegte. Von einer Krankenhausgeburt, die um ein Haar fürchterlich schief gegangen wäre, über eine Geburt im Krankenwagen bis hin zu zwei Hausgeburten beschreibt sie, wie sie aus jeder Geburt mehr Kraft zog — und dass jede Geburt einzigartig ist.

 

Ich durfte vier mal das Wunder der Geburt erleben. Jedesmal war es gaaaanz anders… Ich lernte mich besser kennen, vertrauen, erfuhr wie stark ich sein kann. Lernte zu vertrauen, anzunehmen, loszulassen.

Baby #1: Zum Glück ohne Saugglocke

Meine erste Geburt war im Krankenhaus; wir waren in der 42. Woche, und weil sich unser kleines Wunder im Bauch immer weniger bewegte, ließen wir einleiten.

Bald ging die Geburt voran, ich wurde überrollt von Schmerzen, konnte sie nicht durch mich durch lassen… Ich fühlte mich überfahren, kraftlos, erbrach die ganze Zeit. Ich weinte, schrie, wollte aufgeben, doch meine Hebamme stand mir immer zur Seite und war überzeugt davon, dass wir es schaffen würden.

Und er kam dann nach langer Zeit wirklich: Die Ärztin hatte gerade beschlossen, die Saugglocke zu versuchen, und das wollten wir beide nicht. Er rutschte dann ins Leben; alle waren kurz still: Joe hatte die Nabelschnur um den Hals und einen Knoten in der Nabelschnur. Wäre er mit der Saugglocke geholt worden, wäre er wohl stranguliert worden. Er musste langsam zur Welt kommen, so hatte alles seinen Sinn.

 

Baby #2: Geburt im Krankenwagen

Bei Geburt Nr. 2 war klar, nie mehr Krankenhaus; das Baby soll zu Hause schlüpfen dürfen. Ich war mir so sicher, dass ich diesmal besser mit den Schmerzen umgehen können würde und ohnehin zu Hause alles viel entspannter sei.

Leider hatten wir lange Geburtsstillstand. Da wir 45 Minuten entfernt vom nächsten Krankenhaus wohnen, beschloss meine Hebamme, abzubrechen. Der Krankenwagen kam. Ich wurde auf der Krankenliege fest geschnallt, das war Horror. Ich musste mich während den Wehen immer bewegen, um den Schmerz besser aushalten zu können – ich konnte auch damals noch nicht loslassen; leider.

Erst, als ich auf der Liege lag, der Schmerz sich anfühlte, so unendlich, gab ich auf.

Meinen Widerstand gegen den Schmerz… alles. Ich dachte, ich würde sterben (*heute lach ich* – damals dachte ich das wirklich) und als ich mich dem hingab, spürte ich den drang zu Pressen.

Und wirklich: keine 5 Minuten später war unser zweiter Sohn da. Wir hielten unterwegs an, und er kam 10 Minuten vor dem Krankenhaus im Krankenwagen zur Welt.

 

Baby #3: Tanzend zu Hause

Mir war klar, der Schlüssel zu einer schönen Geburt war, zu vertrauen sich zu öffnen —  und sich nicht gegen den Schmerz zu wehren (also zu verkrampfen), sondern mit ihm zu gehen; – ihn durch mich hindurch zu lassen; ohne Widerstand.

Wieder hatten wir eine Hausgeburt, und meine kleine Tochter wurde ins Leben getanzt. Den Schmerz nahm ich nicht mehr als Schmerz wahr, ich tanzte und tanzte mit langsamen rhythmischen Bewegungen, hüftschwingend…

Und es ging so schnell, und da war sie – unsere kleine Prinzessin. Eine so wunderschöne Geburt.

 

Baby #4: Vertrauen zu Hause — ohne Tanz

Bei meiner letzten Geburt dachte ich, es wird alles, wie bei meiner Tochter: Das Geburtszimmer war mit Geburtsaltar so wunderschön, ich stimmte mich schon Wochen vorher ein, meditierte viel, schrieb meine Mantras auf, atmete… Am Badezimmerspiegel stand das Wort VERTRAUEN, damit ich es verinnerliche, wirklich vertraue…

Unser Sohn wollte so gar nicht kommen, und meine Hebamme hatte dann in der 42. Woche mit natürlichen Mitteln eingeleitet 😊

Die Wehen kamen dann so schnell und intensiv in so kurzen Abständen; es ging mir so gut damit, tanzend, mich hingebend …

Dann war der Moment die Hebamme zu rufen; und als sie kam, dachte ich: so jetzt ist der Muttermund sicher schon ganz offen! Es ging so gut… Und als sie mich untersuchte, war ich dann entmutigt, dass der Muttermund erst 2 cm offen war.

Ich dachte, es nicht mehr schaffen zu können; war schon so schwach, wollte ins Krankenhaus — und sie so: „Nix da, wir arbeiten jetzt zusammen. Ich bin da – Vertraue – du schaffst das.“

Im Stehen und beim Tanzen war der Druck der Blase auf den Muttermund zu groß. Er konnte sich nicht öffnen, ich musste liegen. Wir tönten zusammen tiefe AAAAAs während der Wehe.

Ich war im Bad und las dann am Spiegel wieder VERTRAUEN. Ich VERTRAUE. ich LASSE los. Ich dachte an mein Baby, das vertraut, das den Weg geht — ohne zu denken.

Ich war dann wie in einem Trance-Zustand, und dann ging es so schnell und er rutschte so wunderbar ins Leben.

Ich bin meiner Hebamme und meinem Mann so dankbar dafür… Sie waren immer für mich da; sie gaben mir meine Zeit, meinen Raum. Sie gaben mir Vertrauen, Liebe, Zuversicht.

Jede Geburt hat mir gezeigt, wie stark ich sein kann: unglaublich stark… Dass ich alles schaffen kann, wenn ich will und vertraue.