Geheimnisse des Muttermundes, Teil 3: Welche Rolle hat er bei der Geburt?

Oha, noch so ein Nischenthema.

Der Muttermund hat eine wichtige Rolle während der Schwangerschaft und Geburt.  Lasst uns in dieser Serie ein wenig auf die Feinheiten eingehen:

Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass dieser Blogeintrag ziemlich lang werden würde. Ich habe mich deshalb dafür entschieden, ihn in einer Serie zu veröffentlichen. Die gesamte Serie werde ich nach Abschluss an dieser Stelle verlinken.

Welche Rolle hat er bei der Geburt?

Schleimpfropf

Oft ist es eines der ersten Anzeichen für die beginnende Geburt, dass der Schleimpfropf, der den Muttermund verschließt, sich löst. (Dieses Lösen kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel sehr viel Bewegung.) Frauen stellen dann beim Wäschewechsel fest, dass das Höschen nass ist. Der Schleimpfropf kann sich als Ganzes lösen, oder nach und nach. Manche Frauen merken es auch gar nicht, weil er sich zum Beispiel beim Schwimmen löst. Oft ist eine Lösung des Pfropfes vom Muttermund auch mit einer Schmierblutung verbunden — und die bemerken die allermeisten Frauen.

Muttermundverkürzung

Damit dein Kind geboren werden kann, muss der Muttermund sich weiten. Als Faustregel gilt dabei, dass das Kind hindurch passt, wenn die Öffnung 10 cm beträgt. Deshalb messen viele Hebammen, Ärzt*innen und auch gebärende Frauen den Fortschritt der Geburt an der Öffnung des Muttermundes. (Valeria erzählt zum Beispiel davon, wie du hier lesen kannst.)

Obwohl die Öffnung des Muttermundes also etwas darüber aussagt, wie gut dein Baby durch den Geburtskanal passt, sagt sie nichts darüber aus, wie schnell dein Kind geboren wird. Manchmal dauert eine Öffnung von einem Zentimeter sehr lang, während der folgende Zentimeter innerhalb von nur wenigen Minuten geschafft ist.

Übrigens öffnet sich der Muttermund erst, wenn sich der Geburtskanal zwischen innerem und äußerem Muttermund, also der Gebärmutterhals, deutlich verkürzt hat. Wer sich das nicht so richtig vorstellen kann und keine Lust auf medizinische Videos hat, dem sei dieses Video von Liz empfohlen:

(Das Video stammt von Liz Chalmers und ist bei Youtube abzurufen. Sie hat mir erlaubt, es für diese Homepage zu nutzen. Alle Rechte für das Video liegen bei Liz.)

Darin wird sehr deutlich, dass sich erst der Gebärmutterhals verkürzt, bevor sich dann der Muttermund weitet.

Im Gegenteil zum Video kann übrigens in der Realität noch etwas geschehen: Der Muttermund kann sich während der Geburt auch wieder schließen! Dies wird vor allem von Frauen berichtet, die sich an einem bestimmten Punkt während der Geburt sehr unwohl fühlten. Der Körper bekommt dann die Signale, dass jetzt kein guter Geburtszeitpunkt sei — und versuchte deshalb, den Prozess so weit wie möglich umzukehren. (Zu diesem Fluchtinstinkt habe ich mich hier noch ausgelassen.)

 

Hast du während der Geburt den Fortschritt der Muttermundsöffnung kontrolliert/kontrollieren lassen? Gab es bei dir auch Phasen von sehr langsamer Öffnung und dann wiederum Phasen mit sehr viel Fortschritt? Hat sich dein Muttermund sogar wieder geschlossen? Hinterlass mir gerne einen Kommentar!