Maria: Schlechte Herztöne führen zum Kaiserschnitt

Ich heiße Maria und bin 22 Jahre alt. Ich möchte euch meine Geschichte über die Geburt meines Sohnes Ben erzählen.

Der errechnete Termin war am 22.12.2017, auf den Weg machte er sich aber schon am 19.12.2017.

Ich bin am 18.12. 2017 früher als gewohnt ins Bett gegangen, um 20 Uhr ca. Mein Verlobter war zu der Zeit bei der Feuerwehr auf einem Dienstabend. Ich bin ins Bett gegangen, aber hab noch etwas im TV gestöbert, als ich ein Ziehen bemerkte, was aber noch nicht so schmerzhaft war.

Ich dachte an Senkwehen.

Nichtsahnend wachte ich um 22 Uhr wieder auf und bemerkte, dass das Ziehen mehr und intensiver wurde; mir wurde natürlich sofort klar, dass es richtige Wehen waren.

Ich rief also meinen Verlobten an, der aber nicht ran ging. Nervös wurde ich aber noch nicht. Ich wollte noch etwas warten. Ich hab ihn 5 oder 6 mal versucht, zu erreichen, bis er dann endlich nach Hause kam.

Die Frage, die er seiner hochschwangeren Freundin dann stellte, brachte mich zum Lachen! „Was ist denn los, dass du so oft angerufen hast!?“

Ich hab ihm dann gesagt, dass es los geht; danach lief er wie wild im Zimmer rum, bis ich sagte, dass ich noch warten möchte. Ich wollte noch etwas schlafen. Aber aus dem Schlafen wurde nichts, da die Wehen heftiger wurden. Ich veratmete die aber sehr gut.  Um 4 Uhr nahm ich dann ein Bad.

Mein Freund rief inzwischen im Krankenhaus an und sie sagten mir, wenn ich ein Bad genommen habe, sollte ich mich dann auf den Weg machen.

Um 5 waren wir dann im Krankenhaus.  Meine Hebamme gab mir einen Tropf mit Schmerzmitteln. Nach 14 Stunden war ich total fertig,  konnte die Wehen aber gut veratmen.

Meine Hebamme schaute zwischendurch noch mal den Muttermund an, der aber nicht wirklich weiter auf gegangen war. Sie riet mir zu der PDA, die ich eigentlich nicht haben wollte — aber sie hat gesagt, es würde dann einfacher werden. Nach der PDA kam mein Frauenarzt und schaute nochmal nach. Eine freudige Nachricht: 8 cm schon!

Plötzlich wurden alle ruhig, als sie das CTG angeschaut haben. Die Herztöne gingen rapide runter.

Der Frauenarzt schaute mich an und sagte „Wir müssen Ihren Sohn sofort auf die Welt bringen!“ Kaiserschnitt mit Vollnarkose… Klasse. Bis auf, dass ich heulend gesagt habe, dass ich keine Vollnarkose möchte, hab ich nicht mehr viel mit bekommen.

Mein Freund könnte es nicht fassen. Er war selber schockiert. Er war die ganzen 15 Stunden an meiner Seite und ging auch nicht weg.

Nachdem ich im Aufwachraum wach wurde, musste ich darüber nachdenken, was überhaupt passiert war. Mit wurde doch dann ganz schnell klar, dass ich gerade Mutter geworden bin. Aber wo ist mein Sohn?

Schnell rief ich jemanden zu mir und fragte, ob er gesund ist; ob alles gut ist!?

Die Schwester sagte mir, dass ich einen wunderschönen kerngesunden Sohn zur Welt gebracht hatte. Na ja — ich selbst war es ja nicht… was mich tierisch nervte.

Ich hab sie gefragt, ob ich jetzt zu meinem Sohn dürfe. Sie verneinte es und sagte, ich sollte noch 30 Minuten warten… Diese 30 Minuten waren wie 6 Stunden.

Endlich nahmen sie mein Bett und gingen zurück zum Kreißsaal. Da war mein Verlobter mit dem Kleinen auf dem Arm.  Immer noch realisierte ich nicht, was gerade passierte.
Er gab mir Ben auf den Arm, ich schaute ihn mir erschöpft an und musste sofort weinen … ein total neues Gefühl für mich.

Dennoch hatte ich meinen Sohn gerade mal eine Minute auf den Arm.  Und konnte ihn nicht mehr halten. Die Vollnarkose war echt zu viel für mich und meinen Körper.

Am nächsten Morgen konnte ich endlich realisieren, als sie mit ihm rein kamen, dass es mein Sohn ist!  51 cm groß und 3250 g schwer! Er war einfach so wunderschön.

Jetzt, im Nachhinein, muss ich sagen, dass diese Wehen total annehmbar waren und ich sie mir viel heftiger vorgestellt hatte.

Egal wie schwer es ist und man denkt, es geht alles schief — am Ende wird doch alles gut!