2 Gründe, warum auch beim 2. Kind Geburtsvorbereitung essentiell ist

Das Fazit in Kürze: Vorbereitung heißt nicht unbedingt „Kurs“. Vorbereitung heißt, du setzt dich bewusst mit der Schwangerschaft auseinander. Das hat dein Kind sich verdient. Und du dir auch. Und: Nur, weil der 1. Marathon gut war, wirst du den 2. doch nicht ohne Vorbereitung laufen!?

Geburtsvorbereitung hat viele Gesichter. Es gibt Vorbereitungskurse, es gibt Bücher, es gibt CDs, es gibt Meditationen, gesundes Essen und es gibt natürlich die medizinische Vorsorge.

Beim ersten Kind läuft es meist so, dass wir den positiven Test in der Hand halten und dann mit einer Hebamme oder einer gynäkologischen Praxis Kontakt aufnehmen. Meist kommt dort irgendwann das Gespräch auch auf einen Geburtsvorbereitungskurs.

Und viele von uns gehen dann zu einem solchen Kurs — wie gesagt, Ausgestaltungen gibt es viele.

Nun kommt also Baby #2, #3 oder #4. Und die Frage stellt sich unweigerlich: Gehe ich / Gehen wir nochmal zu einem solchen Kurs? Oder sparen wir uns Zeit und Geld?

Die Antwort darauf ist sehr individuell und hängt von vielen Faktoren ab.

Ich plädiere an dieser Stelle eindeutig FÜR Geburtsvorbereitung — und nicht unbedingt für einen Geburtsvorbereitungskurs.

Wie gesagt, Geburtsvorbereitung hat viele Gesichter. Vielleicht holst du einfach die gleichen Bücher raus, die du bei deiner ersten Schwangerschaft gelesen hast, und frischst dein Wissen auf. Vielleicht setzt du dich dieses Mal anders mit der medizinischen Vorsorge auseinander, entscheidest dich bei gewissen Vorsorgeuntersuchungen anders als vorher. Vielleicht legst du deine alte Meditations-CD wieder öfter ein oder stellst dir eine neue Geburtsplaylist zusammen. Du schaust dir vielleicht andere Geburtsstationen oder Geburtshäuser an, oder suchst nach anderen (oder den gleichen) Hebammen und Doulas. Auch die „bürokratische“ Geburtsvorbereitung ist natürlich wieder Thema — Krankenkasse, Kindergeld, Elternzeit, Mutterschutz… Vielleicht steht Schwangerschaftssport oder eine besondere Ernährung im Fokus!?

Vielleicht buchst du auch bewusst einen Geburtsvorbereitungskurs für Mütter/Eltern ab dem 2. Kind, in dem es auch um Themen wie Geschwisterliebe oder Geburtsorganisation mit Kindern geht und die für Familien mit Kindern terminlich leichter einzutakten sind.

Wie auch immer du deine Geburtsvorbereitung konkret ausgestaltest:

Lass sie stattfinden!

Dein Baby hat das Recht, dass du dich auch in der Schwangerschaft mit ihm beschäftigst. Geburtsvorbereitung, in welcher Form auch immer, lässt dich deine Schwangerschaft bewusster erleben. Du lässt dich bereits vor der Geburt auf das Kind ein und dies stärkt eure Bindung zueinander. Wie gesagt, diese Vorbereitung kann, muss aber nicht in einem bestimmten Kurs, zu definierter Zeit am definierten Ort, stattfinden. Sie kann auch ganz persönlich bei dir zu Hause stattfinden. Die Planung eurer Geburt, gemütlich an einem Samstagnachmittag auf dem Balkon, ist genauso Geburtsvorbereitung wie ein tägliches morgendliches Streicheln des wachsenden Bäuchleins und des Schickens eines schnellen Gedankengrußes.

Diese, oft kleinen, Momente, lassen dich deine Schwangerschaft bewusster erleben und dienen so ebenfalls bereits der Geburtsvorbereitung.

 

Jeder Marathon ist anders

Aus körperlicher Sicht spricht noch ein anderes Argument für eine Geburtsvorbereitung in jeder Schwangerschaft: Nur weil dein erster Marathon gut gelaufen ist, würdest du zwei Jahre später einen zweiten Marathon doch nicht ohne Vorbereitung laufen, oder!?

Der weibliche Körper ist in der Lage, Kinder zu gebären. Wir können es ihm erleichtern oder erschweren. Eine gesunde Schwangerschaft kann dir helfen, eine unkomplizierte Geburt zu erleben. Ausreichend Bewegung, gutes Essen, genug Schlaf, körperliche Geburtsvorbereitung — all das zählt als Training zum Geburtsmarathon. Anstrengend ist der Marathon trotzdem — aber hey, wenn du im Ziel bist, ist das doch wohl besser, als vor dem Ziel aufgeben zu müssen!

 

Welche Art der Geburtsvorbereitung — bei welchem Kind auch immer — hat dir geholfen? Hinterlass mir gerne einen Kommentar!