Logistik vor, nach und während der Geburt

Egal, ob du eine Geburt im Krankenhaus oder außerklinisch, zu Hause oder im Urlaub planst — irgendwie ist eine Geburt immer mit Logistik verbunden.

In diesem Beitrag zähle ich auf, welche Aspekte von Logistik im engeren Sinne (also Transport von einem Ort zum anderen) zu berücksichtigen solltest:

 

Logistische Vorbereitung vor der Geburt

  • Routen zum Geburtsort: Klar bist du die Route zum Geburtsort schon einige Male gefahren oder gelaufen. Im entscheidenden Moment könnte es trotzdem sinnvoll sein, sich vorbereitet zu haben:
    • Ins Navi im Auto könntest du den Geburtsort als festen Zielort einstellen, so dass nicht erst die Adresse eingegeben werden muss (es soll schon werdende Väter gegeben haben, die den Weg ohne Navi in der entscheidenden Situation vergessen hatten…)
    • Es schadet auch nicht, sich eine oder zwei Ausweichrouten anzuschauen. Wer weiß, vielleicht ist die Hauptroute wegen eines Wasserrohrbruchs gesperrt?
    • Teste die Strecke ruhig mal zu verschiedenen Tageszeiten — vielleicht ist nachts eine Strecke schnell, die aber zur Hauptverkehrszeit verstopft ist?
  • Fahrdienste:
    • Taxinummern: falls du vorhast, mit dem Taxi zu fahren, häng dir die Nummer gut sichtbar auf und notier sie am besten auch im Handy oder Notizbuch, so dass du immer anrufen kannst, wenn du unterwegs bist
    • Krankentransport: Sprich mit dem Krankenhaus oder anderen über die Möglichkeit, einen Taxigutschein oder eine andere Art von Krankentransport in Anspruch zu nehmen (auch, wenn es kein Notfall ist, bei dem der Rettungswagen kommt).
    • privater Fahrdienst: Wenn dein*e Partner*in, jemand aus der Nachbarschaft etc dich fahren soll, sprich vorher ab, wie die Leute zu erreichen sind, ob es Sperrzeiten gibt und ob du besondere Dinge beachten sollst.
  • Parkplätze
    • Wenn du sonst immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad unterwegs bist, ist es gut, dir zu vergegenwärtigen, wo es Parkplätze in der Nähe deines Geburtsortes gibt
    • Wenn du dein Kind zu Hause bekommen willst, mache dir vorher Gedanken, wo deine Hebamme, Doula oder andere Personen wie Babysitter*innen parken können
  • voller Tank, aktuelle Monatskarte: kein Witz… Achte darauf, dass der Tank im Auto zumindest so voll ist, dass ihr nicht noch unterwegs tanken müsst. Falls du mit dem ÖPNV unterwegs bist: Hast du die aktuelle Monatskarte eingesteckt!?
  • 112 am Kühlschrank! Ungelogen! Hab die Nummer des Rettungsdienstes — in Deutschland also die 112 — sichtbar im Haushalt! Geburt kann verwirrend sein; wir wollen doch nicht, dass du aus Versehen zuerst die Polizei rufst…
  • Wenn du dein Kind nicht zu Hause zur Welt bringen willst, darfst du bereits vor der Geburt über den Weg nach Hause nachdenken: Wie wird dein Säugling transportiert? Spaziert ihr im Kinderwagen nach Hause? Braucht ihr eine Autobabyschale?

 

Logistik während der Geburt

Schön wäre es, diesen Punkt so weit wie möglich zu minimieren. So ganz lässt sich das aber meist doch nicht umsetzen.

  • Wenn du deinen Standort während der Geburt wechselst, also zum Beispiel von zu Hause ins Krankenhaus fährst, gilt: Während einer Geburt solltest du nicht am Steuer sitzen. Lass dich fahren. Für manche werdende (nicht gebärende) Elternteile gilt, dass sie gut dafür geeignet sind, andere dagegen eher nicht…
  • Falls möglich, ruf von unterwegs dort an, wo du hin willst. Gerade, wenn die Parkplatzsituation knapp ist, kann es gut sein, dass Leute dich bereits vor dem Gebäude erwarten.
  • Schnapp dir die vorbereitete Tasche. Alles andere muss im Zweifelsfall warten.
  • Bei einer außerklinischen Geburt kann eine Verlegung in ein Krankenhaus nötig werden. Für diesen Fall solltest du, abhängig von der Entfernung zum Krankenhaus, genug Zeit einplanen. Faustregel: Je weiter weg das Krankenhaus, desto früher losfahren. Und: je kritischer die Lage, desto eher die 112 anrufen statt die normale Krankenhausrufnummer.

 

Logistik nach der Geburt

Viele Frauen wünschen sich nach der Geburt Ruhe. Dazu gehört auch: Möglichst wenig Logistik.

  • Plane den Nachhauseweg, falls du nicht zu Hause geboren hast, möglichst angenehm für dich. Auch, wenn du die Strecke sonst in 5 Minuten radelst, wäre das vielleicht ein guter Moment, sich ein Taxi zu gönnen.
  • Willst du zur Hebammennachsorge fahren? Oder hast du organisiert, dass die Hebamme zu dir kommt?
  • Wie steht es mit den Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder? Kann ein*e Kinderärzt*in zu dir kommen, oder musst du zur Praxis oder ins Krankenhaus?

 

Welche logistischen Herausforderungen musstest du meistern? Erzähl mir gerne von deinen Erfahrungen!