Wassergeburt zu Hause — geht das!?

Das Wichtigste zuerst: Ja, das geht!

Es gibt hierbei zwei verschiedene Optionen:

  • Die Geburt in einer Badewanne
  • Die Geburt in einem Geburtspool

Die Badewannengeburt

Der Vorteil der Badewannengeburt liegt auf der Hand: Wenn deine Wohnung / dein Wunsch-Geburtsort eine Badewanne hat, dann steht diese eben auch immer zur Verfügung. Du lässt Wasser ein, steigst ein, fertig.

Der Nachteil liegt wohl auch auf der Hand: Erstens gibt es in manchen Wohnungen nur Duschen statt Wannen, zweitens sind die meisten Badewannen vergleichsweise klein. Eine Wassergeburt im Krankenhaus erscheint da auf den ersten Blick komfortabler.

Wichtig ist, wenn du die eigene Badewanne als Geburtsort auswählst, die erforderliche Hygiene sowie ein „Sicherheitskonzept“:

  • Hygiene: Achte darauf, dass die Wanne sauber ist, also nicht noch Schmutz, Fett oder Ablagerungen von Badezusätzen in der Wanne sind (wer schon ältere Geschwisterkinder hat, weiß, wie dreckig eine Wanne nach einem Spielplatzbesuch aussehen kann…). All das könnte Keime in die Wanne bringen, die Infektionen auslösen könnten. Andererseits ist es auch wichtig, dass in der Wanne keine Rückstände mehr von aggresiven Reinigern vorkommen — gerade chemische Reiniger können die Haut angreifen. Mein Tipp: Putz die Wanne am besten mit biologisch unbedenklichen Putzmitteln. Eine Grundregel kann lauten: Wenn du das Putzmittel ohne Handschuhe benutzt, ist es (da in wesentlich geringerer Dosierung) auch für Babyhaut vermutlich unbedenklich.
  • Sicherheitskonzept: Es mag komisch klingen, aber manchmal ist es eine wahre Herausforderung, aus der Badewanne auszusteigen. Ein solcher Moment kann eine Geburt sein. Bereite die Wanne also zum Beispiel vor, indem du einen Griff anbringst, an dem du dich hochziehen kannst. Diese Griffe gibt es im Baumarkt auch als Gummisaugvariante, so dass nicht gebohrt werden muss. Achte auch darauf, eine rutschfeste Unterlage am Ausstieg zu positionineren, so dass du nicht mit nassen Füßen erst durch das gesamte bad laufen musst, um dich abtrocknen zu können. Ideal ist es natürlich, wenn du einen Menschen an deiner Seite hast, der dich beim Ein- und Aussteigen aus der Wanne sowie eventuellen Positionswechseln unterstützen kann.

 

Die Geburt im Geburtspool

Wenn du eine Hausgeburt mit Hebamme oder eine Geburtshausgeburt planst, stehen die Chancen gut, dass die Hebamme einen Geburtspool hat. Den kannst du dir vorstellen wie ein sehr stabiles Planschbecken mit breitem Rand und dickerem Boden. Es gibt je nach Firma verschiedene Größen und Durchmesser. Allgemein gesprochen bieten die Pools aber mehr Platz als eine herkömmliche Badewanne. Die großen Vorteile des Pools wurden hiermit auch zumindest indirekt bereits angesprochen: Er ist verhältnismäßig groß und bequem, und er kann prinzipiell überall aufgepustet werden. Der Nachteil eines solchen Pools: Der Aufbau kostet Zeit. Außerdem ist er eventuell ein zusätzlicher Kostenfaktor, falls die Hebamme den Pool nicht stellt.

  • Logistik: Der Pool kann prinzipiell überall aufgebaut werden — in der Küche (siehe diese Geburtsgeschichte), im Bad, auf der Terrasse. Der Aufbau dauert allerdings seine Zeit; dazu kommt die Zeit, die du warten musst, bis genug Wasser im Pool ist. Gerade bei kurzen Geburten kann es also dazu kommen, dass die Zeitspanne vom entscheidenden Telefonat mit der Hebamme bis zum mit perfekt temperiertem Wasser gefüllten Pool so lang ist, dass du nicht mehr viel davon hast.
  • Kosten: Wenn du dich selber um einen Gebärpool kümmern musst, ist dies natürlich auch ein Kostenfaktor. Im weltweiten Netz gibt es die Möglichkeit, Geburtspools bei verschiedenen Firmen zu bestellen. Außerdem gibt es mittlerweile auch Geburtspool-Verleihe, so dass du den Pool zu geringerem Preis leihen kannst und danach wieder zurück gibst. Ein Betrag im unteren dreistelligen Bereich ist realistisch.

 

Die Geburt in einem Plantschbecken

Statt eines Geburtspools kannst du natürlich auch ein anderes Plantschbecken nutzen (bei mir hat es gut geklappt!). Die Kosten sind dann geringer. Bei der Anschaffung solltest du allerdings darauf achten, dass das Becken einen breiten Rand hat, so dass du dich abstützen kannst. Schön ist euch ein aufblasbarer Boden (oder du legst Decken darunter). Falls du eine Plantschbeckengeburt planst, sprich auf jeden Fall mit der Hebamme darüber: Falls sie keine Ausrüstung für eine Wassergeburt hat, solltest du auch Schläuche, Anschlussstücke und eine Pumpe für die Entsorgung bereitlegen!

 

Fazit: Ja, Wassergeburt zu Hause geht. Für welche Variante du dich entscheidest, hängt von den Gegebenheiten in der Wohnung, von persönlichen Wünschen („ich will mein Kind unter freiem Himmel bekommen“) und nicht zuletzt vom Geldbeutel ab. Sprich mit Vertrauten darüber; gemeinsam entwickelt ihr die optimale Lösung für dich und dein Baby.

Erzähl mir auch gern von deinen Erfahrungen mit Wassergeburten! Hast du einen Pool bestellt? Wie hast du die Geburt im Wasser empfunden? Hinterlass mir gerne einen Kommentar!