Dorine: Das Drehbuch perfekt umgesetzt

 

Dorine erzählt von der Geburt Ihres dritten Kindes; von einem hilfreichen Mann, innerer Gelassenheit, der hilfsbereiten Oma und einer gut-gelaunten Hebamme. Ich finde vor allem toll, dass Dorine sich nicht aus ihrer inneren Mitte hat bringen lassen, als ihr doch unbedingt ein Zugang gelegt werden sollte. Sie erzählt auch von ihrer Aroma-Meditation und von Gemütlichkeit im Wochenbett. Und sie fasst zusammen: Das Geburtsdrehbuch ist fast komplett umgesetzt worden!

„Meine ruhige, kraftvolle Wunschgeburt, voller Energie, Glück und Freude.“ Das war der Titel meines Drehbuches.

Als ich mein Drehbuch soeben das erste Mal seit der Zeit vor der Geburt, wo ich es fertigstellte, wieder durchlas, bin ich wirklich fast erschrocken, im positiven Sinne. Beinahe wortwörtlich durfte ich alles ganz genau so erleben. Das erscheint mir unglaublich! Aber es war so, alles, einfach wundervoll und einzigartig. Ich konnte sehr viel lernen vom SanfteGeburt®  Intensiv-Kurs. Dinge, welche mein ganzes Leben veränderten.

Schon vor dem Trainingstag vor Ort konnte ich mich über den zum Kurs gehörenden Online-Teilnehmerbereich intensiv mit den diversen Themen auseinandersetzen. So viele Dinge konnte ich lernen und schon früh in meiner dritten Schwangerschaft verinnerlichen. Was ich zum Beispiel sehr positiv fand waren alle Informationen über die Schüssler-Salze. Es hat mir unglaublich viel gebracht. Auch die Schüssler-Creme in Verbindung mit basischen Bädern hat bis zum Schluss genützt, ich hatte dieses Mal null Schwangerschafts-Streifen. Ich bin begeistert!

Der Intensiv-Trainingstag hat uns sehr gut gefallen und auch sehr gut getan. Die spezielle Partner-Übung hat meinen Mann und mich wieder so nahe gebracht. Als wir es jeweils zu Hause übten, hatte ich immer ein wunderbares, entspanntes, wohliges , glückliches und frohes Gefühl, einfach sensationell. Es wurde mir immer bewusster, dass das Üben nützt und so integrierte ich die gelernten Techniken auch in meinen Alltag. Meine ganze Schwangerschaft war sehr schön und ich konnte bis zum Schluss ins Schwangerschafts-NIA (Das ist Sport…). Ich war fit und glücklich.

 

Die Geburt: der Beginn zu Hause

Der errechnete Geburtstermin war der 04.03.2015.

In der Nacht vom Dienstag, den 03.03.2015 auf den 04.03.2015 erwachte ich und konnte nicht mehr einschlafen, weil die Wellen schon ca. alle 10 Minuten kamen.  Das war um ca. 3 Uhr morgens. Freudige Gedanken waren in meinem Kopf, weil am Abend des 03.03.2015 mein Bruder und seine Freundin bei uns waren und uns die glückliche Nachricht überbrachten, dass sie auch Eltern werden würden Mitte September 2015.

Mein Mann Patrick stoppte mit seinem Handy alle kommenden Wellen. Sie waren noch unregelmässig, alle 10 Minuten, 5 Minuten, 8 Minuten…. Er sagte noch zu mir: „Schatz, komm wir gehen noch einmal die Jungen-Namen durch…“ Wir hatten noch keinen definitiv parat. Aber ich sagte „nein, jetzt nicht mehr — und sowieso, es wird ein Mädchen!“ Dieser Name war schon einige Zeit klar.

Er telefonierte mit einer Hebamme des Kantonspitals Schaffhausen und fragte, ob ich noch in die Badewanne kann. Das machte ich dann auch. Patrick war immer an meiner Seite und es war gut, einfach schön, locker und voller Freude. Jetzt macht sich unser Baby auf den Weg in diese Welt.

Wir freuen uns auf dich! Immer im Wissen, dass auch unser Baby viel arbeitet und neuen Sauerstoff braucht. Die Wellen blieben auch in der Badewanne immer etwa gleich, noch unregelmässig. Die Zeit ging trotz der Wellen schnell und alles war im Fluss. Als ich aus der Badewanne kam, war ca. 5 Uhr morgens. Alles war bereit für die Zeit im Spital, ich packte nur noch meine restlichen Dinge wie Zahnbürste etc. Dann legten wir uns wieder ins Bett und konnten beide tatsächlich noch etwa eine Stunde schlafen. Die Kraft, welche wir noch einmal tanken konnten, war Gold wert.

 

Der Morgen als Familie

Um ca. 06:30 Uhr machte sich mein Mann fertig und ich entspannte mich weiterhin im Bett. Um ca. 07:00 Uhr telefonierte ich mit meiner Mutter, die dann kam um unsere beiden Mädchen Jara 5,5 und Milena 2,5 abzuholen. Die Mädchen konnten wie üblich aufstehen. Voller Freude und Erwartung was bald geschehen wird und wie alles wird mit einem kleinen Geschwisterchen.

Meine Mutter war da und half die Kinder anzuziehen. Mein Mann fuhr zu 8 Uhr noch zu einen Termin; er nahm unserer älteren Tochter mit. Er war aber auf Abruf und konnte in wenigen Minuten zurück sein. Bei mir kamen immer wieder die Wellen und ich konnte sie bejahend annehmen.

Zwischendurch ging ich immer wieder die Treppe hoch und runter um noch alles bereit zu legen auch für die Mädchen. Verschiedene Positionen probierte ich aus, wenn wieder eine Welle kam. Am besten konnte ich das zu diesem Zeitpunkt noch verarbeiten im Stehen, etwas nach Vorne gebeugt und abgestützt. Um 9 Uhr telefonierte meine Mutter mit meinem Mann, dass er jetzt kommen soll. Nach kurzer Zeit waren sie zurück. Wir machten noch ein Familien-Foto auf dem Sofa. Zwischendurch konnte ich kurz nicht lachen, weil ich mich auf eine Welle konzentrieren musste. Danach machten wir noch ein paar Fotos und lachten. Alle zusammen verließen wir unser Haus und freuten uns bald zu 5. zurück zu kehren.

Aus dem Auto telefonierte mein Mann noch einmal mit einer Hebamme aus dem Spital. Sie war sehr erstaunt, dass wir jetzt bereits unterwegs waren. Auch auf der Fahrt kamen immer wieder die Wellen, ich konzentrierte mich immer auf meinen Atem. Um 09:30 Uhr kamen wir im Kantonsspital in Schaffhausen an.  Bevor ich aussteigen konnte, musste ich mich auf eine weitere Welle konzentrieren. Bereits beim Eingang in das Spital schon wieder. Die nächste Welle kam direkt vor dem Eingang in die Geburtsabteilung.

 

Aufnahme im Krankenhaus

Eine junge, fröhliche Hebamme nahm uns in Empfang. Wir durften in das gleiche Gebärzimmer, in dem wir schon bei der Geburt unserer 2. Tochter waren. Es war so schön und wir freuten uns. Die Hebamme, die uns betreute, war noch in der Ausbildung. Eine zweite, ebenfalls ganz junge Hebamme stellte sich uns vor. Immer wieder kamen die Wellen. Die Hebamme fragte mich, was ich für ein Gefühl habe.

Die Wellen empfand ich stark; aber ich konnte nicht einschätzen, was genau für ein Stadium der Geburt es war. Ich sagte ihr nur, dass ich einfach früh genug ins Spital fahren wollte. Die Hebamme war sehr gelassen und sagte, ja dann schauen wir mal und untersuchen sie zuerst in aller Ruhe. Sie legte mir den Gurt mit dem CTG um. Noch immer war ich aufrecht und zwischen den Wellen aktiv und machte ein paar Schritte durch den Raum.

Die betreuende Hebamme kam und wollte den Zugang an meinem Arm legen. Mein Mann und ich sagten, dass wir das nicht wollen. Die Hebamme war dann etwas vor den Kopf gestoßen und sagte, dass Sie das eigentlich schon immer machen zur Sicherheit und sie es zuerst abklären müsse. Die andere Hebamme untersuchte meinen Muttermund, er war 8 cm geöffnet. Sie sagte dann, dass sie eine weitere Welle abwarten möchte. Der Druck nach unten war stark und dann sprang die Fruchtblase… warm und nass fühlte es sich an zwischen meinen Beinen, aber es war trotzdem ein gutes Gefühl. Die Hebamme lachte, sie war so fröhlich, heiter und gelassen.

Die andere Hebamme wollte dann unbedingt den Zugang legen und hat mich dazu überredet. Ich konnte und wollte in diesem Stadium nicht mehr reden, ich wollte mich nur noch auf mich konzentrieren. Sie hat den Zugang gelegt und ich habe es beinahe  nicht gemerkt. Sie hat dann noch den Ball, die Matte und den Maia-Hocker gebracht und gefragt, ob ich das auch noch ausprobieren wolle. In der linken Seitenlage auf dem Geburtsbett liegend und mein rechtes Bein etwas nach oben fühlte ich mich gut. Zu der Hebamme in Ausbildung sagte ich nur noch, ich könne jetzt meine Position nicht mehr ändern.

 

Unsere Tochter wird geboren

Die Wellen waren sehr heftig und in kurzen Abständen. Die Hebamme hielt mein Bein und ich konnte mich völlig auf den Druck nach unten, meinen Atem und das Schieben einlassen. Mein Mann stand oben neben mir und sagte mir immer und immer wieder die eingeübten Schlüsselwörter. Im genau richtigen Moment fragte er mich, ob ich noch etwas von meinem Duft-Auslöser  wolle, und erneuerte diesen.

Ich konnte den Duft einatmen und er sagte ruhig und doch ziemlich zügig immer wieder die Schlüsselwörter, dabei hielt er fest meine Hand. Es waren vielleicht 3 oder 4 ganz starke Wellen und unser 3. Kind war geboren. Wir hatten es geschafft. Für mich war die Zeit wie stehen geblieben. Dieses Gefühl kann ich nicht genau beschreiben. Es ist so unglaublich. Mein Mann sagte zu mir: „Schatz en Bueb!“ Ich war noch wie in Trance. Die Hebamme fragte meinen Mann, welche Uhrzeit war es ganz genau? 10:24 oder 10:25? Was wollen Sie? Wir sagten 10:25 Uhr.

Wir waren somit keine ganze Stunde im Gebärzimmer und unser Kind ist auf die Welt gekommen. So schnell, so gut, voller Glück. Die Sonne schien ins Zimmer. wie sie das auch bei der Geburt von Milena tat.

Unser  kleines  neugeborenes  Baby lag auf meinem Bauch, so warm und vollkommen. Ich bin unendlich dankbar und glücklich. wie alles gelaufen ist. So ruhig, entspannt und schön. Diese Freude und dieses unendliche Glücksgefühl ist für mich wirklich unbeschreiblich.

Das schönste und kraftvollste Erlebnis kam für mich jetzt. Wir konnten die Nabelschnur ganz auspulsieren lassen. Die Nabelschnur war nicht sehr lang, unser Baby konnte aber sehr gemütlich auf meinem Bauch liegen. Was mir auch aufgefallen ist: es schrie nicht, es fühlte sich von Anfang an Wohl bei uns auf dieser Welt. Die Nabelschnur pulsierte weiter und weiter, noch fast eine halbe Stunde. Mein Mann konnte noch 2 mal kontrollieren, ob das Blut noch durch die Nabelschnur pulsierte. Als er dann fühlen konnte, dass die Nabelschnur auspulsiert war, durfte er sie durchtrennen. Ich selber konnte das auch sehen, und es war eine Art Abschluss, auch ein feierlicher Moment. Für uns fühlte es sich so an, wie der Abschluss der Schwangerschaft und zugleich Neubeginn in ein neues Leben. In das neue Leben unseres Sohnes Simon Aaron.

 

Nachgeburt

Die Nachgeburt kam dann bald auch ganz ohne weiteres. Meine Beine zitterten dann noch eine Weile, aber es fühlte sich gut an, wie eine ganz gute Entspannung. Die Hebamme sagte auch, dass sich meine Muskeln jetzt entspannen.

Wir konnten noch eine ziemlich lange Zeit im Gebärzimmer sein und einfach sein.

Diesmal konnten wir es einfach sehr geniessen, wir informierten auch nur unsere Kinder und Eltern bald über die Geburt unseres Sohnes und kleinen Bruders und noch nicht die ganzen Freunde und Bekannten.

So viele Dinge haben wir am SanfteGeburt®-Kurs gelernt. So viele unendlich wertvolle Dinge.

Wir durften dann auch in ein Familien-Zimmer, was nicht selbstverständlich ist, weil der Spital nur 2 oder 3 davon hat. Es war einfach alles so wie ich das in meinem „Drehbuch“ aufgeschrieben hatte.

 

Das Wochenbett

Das Wochenbett war so schön und gemütlich. Mein Mann konnte bei uns sein und auch da schlafen, wie zu Hause. Wir hatten eine wundervolle Krankenschwester, die uns betreute, so lieb und aufmerksam. Die Frauen waren wie Engel für uns.

Das Stillen klappte wunderbar, für mich fühlte es sich alles vollkommen an. Wir spürten auch von Anfang an, dass sich Simon wohl fühlte auf der Welt und bei uns.

Es ist dann alles so gut und entspannt weiter gegangen. Wir lieben unseren Schatz über alles. Er ist unser Sonnenschein, sichtbar gewordene Liebe.

Mein Alltag mit drei kleinen Kindern ist oft sehr anstrengend und herausfordernd für mich. Die gelernten Techniken wende ich immer wieder an — zwischendurch oder vor dem Einschlafen. Auch der Duft nützt mir oft um herunter zu fahren.

Sehr dankbar bin ich für alles was ich erleben, erfahren, nutzen und umsetzen konnte.  Danke.