Geschwisterbetreuung während der Geburt: Teil 1: Allgemeines

Egal, wo und wie du deine Geburt planst — wenn ältere Geschwister im Haushalt leben, ergibt sich automatisch die Frage, wo diese während der Geburt des nächsten Kindes untergebracht und versorgt werden können. In dieser Serie möchte ich einige Denkanstöße hierzu liefern.

Du liest Teil 1: Allgemeines. Teil 2 (Krankenhausgeburten), Teil 3 (Geburtshausgeburten) und Teil 4 (Hausgeburten) folgen bald.

Grundsätzlich gilt wohl: Je kleiner die bereits vorhandenen Geschwisterkinder, desto mehr Vorbereitung gilt es zu treffen. Bei älteren Geschwisterkindern sind „Auslagerungen“ an befreundete oder verwandte Familien oft leichter zu bewerkstelligen, weil sie bereits öfter vorkamen. Außerdem können ältere Kinder sich auch leichter mit Essen und Trinken versorgen oder gehen abends selbstständig ins Bett.

Ich gehe in dieser Serie davon aus, dass deine Kinder bei dir zu Hause wohnen und tatsächlich noch deiner Betreuung bedürfen, wenn auch je nach Alter nicht mehr rund um die Uhr.

Wie ältere Geschwisterkinder bei einer erneuten Geburt untergebracht werden, ist auch davon abhängig, wo du dein Kind zur Welt bringen möchtest: Ins Krankenhaus dürfen die Kinder auf keinen Fall mit. Bei Geburtshausgeburten empfiehlt sich die Absprache mit der Hausleitung. Und bei Hausgeburten musst du mit dir selber im Reinen sein, was du willst… Für alle Orte gelten die folgenden Ideen:

24-Stunden-Soforthilfe oder wechselnde Rufbereitschaft?

Wie schön, dass manche Menschen Personen im Umfeld haben, die über fünf Wochen hinweg immer einspringen können. Manche Omas und Opas können das. Das ist natürlich schön, denn dann brauchst du, wenn es losgeht, nur diese eine Nummer anrufen.

Aus Sicht der Betreuenden kann das aber auch ganz schön zehren, denn das geht ja schon ziemlich nah an die Hebammenrufbereitschaft: Sei allseits bereit, plane keine Kinobesuche, bei denen du das Handy ausmachst, und bleibe auch selber unbedingt gesund! Das sind schon harte Anforderungen…

Manche Menschen haben dieses Glück nicht: Sie haben zwar Betreuungspersonen für die Kids, aber diese haben auch noch eine Menge anderer Termine, so dass sie nicht immer grundsätzlich einspringen können. Da hilft dann nur: Gute Koordination und klare Absprachen. Vielleicht kann man die Rufbereitschaft tageweise einrichten (jeden Samstag Tante Clara, jeden Donnerstag der Patenonkel und so weiter…), vielleicht muss aber auch für jeden Tag eine eigene Absprache erfolgen.

Ansprüche an das Betruungspersonal

In jedem Fall ist es sinnvoll, mit allen Beteiligten zu klären, wie die gegenseitigen Ansprüche liegen:

  • Wie schnell muss die Rufbereitschaft springen können?
  • Welche Kinder sind zu betreuen?
  • Wie lange werden die Kinder längstens von der selben Person betreut (ja, Geburt kann dauern…)?
  • Welche Mahlzeiten sind geplant?
  • Wann schlafen / essen die Kinder?
  • Gibt es feste Termine (Schule, Kita, Sport, Musikunterricht)?
  • Müssen Medikamente genommen werden?
  • Welche Entschädigung gibt es für die Betreuung (von ewiger Dankbarkeit bis zu monetärer Bezahlung ist alles möglich…)?

 

Mentale Vorbereitung

Es ist sinnvoll, wenn sowohl die Betreuung als auch die Kinder wissen, was auf sie zukommt. Willst du den Nachwuchs aus dem Haus haben, sprich offen darüber. Soll der Nachwuchs ohne dich zu Hause bleiben, mach das klar. Wenn du deine Kids bei einer Hausgeburt dabei haben willst, kommunizier klar, wo sie sich aufhalten sollen. Genaueres hierzu wird in den nächsten Blogbeiträgen folgen.

Im Idealfall „probt“ ihr die Situation schon mal — egal, ob jemand bei euch übernachtet oder ihr die Kinder auslagert oder aber auch stundenweise „verbotene Zimmer“ im Haus einrichtet… So können alle schon mal testen, welche Dinge man bis zur tatsächlichen Geburt besser noch ändern sollte.

Bald folgen in dieser Serie:

 

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