„Mama, Papa, ich und du“ — Kinderbücher zur Geburt

Heute geht es weiter mit der Serie „Kinderbücher zur Geburt“ (eine Übersicht findest du hier), und zwar mit dem Buch Mama, Papa, ich und du von Sabine Kraushaar und Sonja Fiedler. Die komplette Quellenangabe findest du unten im Beitrag.

 

Altersempfehlung

Auf dem Einband steht, das Buch sei für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Ich schließe mich dieser Empfehlung an, insbesondere in Bezug auf die Vorlesedauer, die Bilder sowie die Tiefe des vermittelten Wissens.

Hauptperson

Hauptperson ist Clara. Wir erfahren nicht, wie alt sie ist; die Bilder lassen auf ein Kind im Kindergartenalter schließen. Aus Claras Sicht wird alles erzählt, allerdings nicht als „Ich-Erzählerin“, sondern in der 3. Person Singular.

Vorlesedauer

4 – 5 Minuten zum reinen Vorlesen. Wenn die Bilder dazu auch noch besprochen werden, dauert es etwas länger.

Handlung

  • Fragen: Die Autorinnen arbeiten nicht mit Fragen. Clara erfährt vieles, fragt aber nicht explizit.
  • Wie / wo läuft die Geburt ab: Schwangerschaft und Geburt werden nur sehr kurz auf der ersten Seite des Buches behandelt: Im Bauch von Claras Mama wuchs ein Baby. Zur Geburt ging Mama ins Krankenhaus und jetzt ist das Baby da.
  • Wie werden die Kinder eingebunden? Clara wird nach der Geburt ihres Geschwisterchens eingebunden: Sie hilft beim Wickeln, schiebt den Kinderwagen, singt dem Brüderchen etwas vor, kuschelt und spielt.
  • Welche Gefühle werden thematisiert? Die Bilder strahlen Freude und Glück aus. Es gibt hierzu nur eine Ausnahme: Zum Text „Manchmal schreit das Baby aber auch. Das ist ganz schön laut! Und so ein Baby macht viel Arbeit“ (Seite 4) sehen wir, wie die Mutter Fläschchen ausspült, der Vater ein schreiendes Baby herumträgt und Clara sich die Ohren zuhält. Bild und Text lassen also indirekt Übermüdung, Erschöpfung und Genervt-sein durchklingen.

Fazit

Das Buch eignet sich nur sehr bedingt für die Vorbereitung auf eine Geburt. Für Familien mit sehr kleinen „großen Geschwisterkindern“, die bei der Geburt nicht dabei sein sollen und die auch noch keine Fragen stellen, mag der Satz „Mama kam ins Kranekhaus… …und jetzt sind sie vier!“ (Seite 2) reichen. Größere Kinder nehmen diesen Satz vielleicht zum Anlass, Fragen zu stellen. Eltern können dann nicht einfach weiterlesen, sondern müssen selber erklären, was es zu erklären gibt. Wir haben diese Stelle tatsächlich auch immer ergänzt mit „aber wenn sie gewollt hätte, hätte die Mama auch zu Hause bleiben können — so wie das bei uns war!“

Als Vorbereitung auf das Wochenbett eignet sich das Buch schon eher: Zum einen werden verschiedene Möglichkeiten gezeigt, wie die großen Geschwister sich einbringen können; zum anderen wird zumindest kurz thematisiert, dass Babys den Familienalltag nicht immer nur schöner machen, sondern ein Baby auch anstrengend ist.

 

Quelle:

Kraushaar, Sabine und Fiedler, Sonja: Mama, Papa ich und du. Ein Geschwisterchen kommt, Verlag Oetinger, Hamburg 2005.

Dein Kommentar

Kennst du das Buch? Wie fällt deine Bewertung aus? Gibt es noch andere Bücher, die ich in der Reihe Geburtsvorbereitung für Kinder: Bücher vorstellen sollte? Hinterlass mir gerne einen Kommentar!