[Kinderbücher zur Geburt] Klopft da wer?

Heute geht es weiter mit der Serie „Kinderbücher zur Geburt“ (eine Übersicht findest du hier), und zwar mit dem Buch „Klopft da wer“ von Irene Meyer, Dagmar Struck und Betti Wille. Die komplette Quellenangabe findest du unten im Beitrag. Das Buch beschreibt eine Hausgeburt.

Altersempfehlung

Es gibt keine Altersempfehlung auf dem Buch. Länge und Umfang des Buches richten sich an Kindergartenkinder.

Hauptperson

„Hallo, ich bin Lea“, begrüßt Lea ihre Leserinnen und Leser. Lea ist ein Kind, ungefähr im Kindergartenalter. Sie ist die Ich-Erzählerin des Buches.

Vorlesedauer

Das kurze Büchlein ist in circa 6 Minuten gelesen. Die Bilder können detailliert besprochen werden. Bei uns sind da auch noch mal zwischen 5 und 10 Minuten für gebraucht worden.

Handlung

Lea horcht mit dem Hörrohr an Mamas Bauch. Da steckt nämlich ein Baby drin. Weil Mama ihr Baby zu Hause bekommen will und die Vorsorge bei ihrer Hebamme macht, ist Lea bei den Vorsorgeuntersuchungen dabei und bekommt mit, wie die Hebamme Paula den Bauch abtastet, die Herztöne misst und aufschreibt und mit Mama alles bespricht. Lea übt mit Mama die Geburtsatmung.

Das Baby kommt nachts zur Welt. Eigentlich will Lea schlafen gehen, aber sie hört, wie Paula kommt, und bleibt dann wach. Juhu, das Baby kommt! Lea ist während der Geburt wach, aber nicht andauernd bei Mama. Sie bekommt mit, wie das Baby geboren wird und ist eine stolze große Schwester. Das Buch endet damit, dass Lea am nächsten Tag mit ihrer besten Freundin Geburt spielt — und sie dabei die Hebamme ist.

Fragen

Lea stellt keine direkten Fragen. Sie erzählt ihren Leser*innen aber sehr viel von dem, was sie weiß: Kindslage mit dem Kopf nach unten, das Baby kommt aus der Scheide, Geburtsatmung, Fruchtwasser, Gebärmutter als entscheidender Muskel, Durchfall bei der Geburt, Milchbildung, U1.

Wie / wo läuft die Geburt ab?

Leas Geschwisterchen komtmt zu Hause zur Welt. Die Eröffnungsphase geht vermutlich schon tagsüber los — zumindest soll Lea an dem Tag früh ins Bett gehen. Da sie aber mitbekommt, wie die Hebamme Paula kommt, bleibt sie dann wach. Die Mutter ist während der Eröffungsphase auch in der Badewanne zur Entspannung. Das Baby wird im Vierfüßlerstand geboren. Die Hebamme nimmt das Kind in Empfang und legt es der Mutter auf die Brust.

Wie werden die Kinder eingebunden?

Lea wird schon in der Schwangerschaft intensiv eingebunden. Besonders gerne übt sie die Geburtsatmung mit ihrer Mutter: Wenn diese schnaubt wie ein Pferd, wiehert Lea dazu. Während der Eröffnungsphase ist sie mit Papa anderweitig beschäftigt. So eine Eröffnungsphase ist ja meist auch zu lang, als dass die Kinder komplett dabei sein wollten… Sie holt Handtücher, als sich die Geburt anbahnt und darf bei der Geburt zuschauen. Sie schaut auch, als Paula sagt, dass das Köpfchen sichtbar ist und wundert sich: „Das soll unser Baby sein?“

Welche Gefühle werden thematisiert?

Lea ist während der Schwangerschaft aufgeregt und macht gerne mit. Als sie mitbekommt, dass die Geburt losgeht, ist sie erfreut: „Juhu!“ Sie scheint keine Angst zu haben, findet allerdings manche Verhaltensweisen der Erwachsenen komisch: Wenn Mama noch länger in der Wanne bleibt, wird ihre Haut bestimmt schrumpelig. Die Aufmerksamkeitsverlagerung ihres Vaters auf die Gebärende nutzt sie freudig aus, um beim Brettspiel zu gewinnen. Als das Baby geboren wird, drückt sie sich schnell ein Kissen vor das Gesicht. So ganz geheuer ist ihr die Situation also nicht. Der Moment vergeht, als das Baby geboren ist. Nach der Geburt ist Lea nach Kuscheln zumute. Sie empfindet wohl das Bedürfnis, zu dieser Atmosphäre der Liebe und Zuneigung dazuzugehören und das auch körperlich zum Ausdruck zu bringen.

Fazit

Für Geschwisterkinder, die in die hebammengeleitete Geburtsvorsorge eingeführt werden sollen, eignet sich das Buch hervorragend. Es ist auch schon für kleinere Kinder geeignet. Plant man eine Hausgeburt, bei der die älteren Geschwisterkinder dabei sein sollen, kann das Buch helfen, darauf vorzubereiten, wie die Eröffnungsphase von verschiedenen Familienmitgliedern erlebt wird. Die Bilder im Buch sind liebevoll gestaltet. Für ganz kleine Kinder sind sie vielleicht etwas zu detailreich.

Quelle

Irene Meyer, Dagmar Struck und Betti Wilde: „Klopft da wer?“, Erschienen im Elwin Staude Verlag GmbH Hannover, 2017. ISBN: 978-3-87777-115-0

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