[Serie Geburten & Feminismus, Teil 6] Geburten und Corona: Die Gesellschaft unter dem Brennglas der Pandemie

Corona, Feminismus, Gleichberechtigung, Geburten

Dies ist der letzte Teil der Artikelserie Geburten, Gleichberechtigung und Feminsmus. Und in diesem Teil nehme ich nun auch den konrekten Anlass auf, den Jenni für ihre Blogparade hatte.

Bisher sind in dieser Serie erschienen:

  1. Mein Feminismus
  2. Was hat eine Geburt mit Feminismus zu tun? Geburten aus gesellschaftlich-feministischer, machtsystemischer Sicht
  3. Feministische Geburtsvorbereitung
  4. Hebammen jenseits des Systems
  5. Die Praxis: Gleichberechtigung und Geburt – überhaupt möglich?
  6. Geburten und Corona: Die Gesellschaft unter dem Brennglas der Pandemie

Gegen die fehlende Gleichberechtigung und den Rückschlag des Feminismus muss dringend etwas getan werden, davon bin ich überzeugt! Ich habe für dieses Problem noch keine Lösung, aber ich denke, der Anfang liegt darin, dass man so viel und so laut wie möglich darüber spricht, damit auch die Politik ins Handeln kommt.

Jenni von Sonnenkinderleben

Dieser Einschätzung stimme ich voll und ganz zu. Deshalb beteilige ich mich also nun mit dem letzten Teil meiner Artikelserie auch noch mal mit der Frage, was uns Corona aus feministischer Sicht eigentlich gezeigt hat — natürlich auch hier wieder mit dem Schwerpunkt auf Geburten.

Aus meiner Perspektive haben die letzten Monate vor allem gezeigt, dass sich die Tendenzen in unserer Gesellschaft, die es auch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gab, seit dem Lockdown im März verstärkt haben. In vielen Aspekten unseres Lebens spielte genau das eine Rolle.

  • Mobiles Arbeiten
  • Aufhebung der Trennung von Arbeit und „dem Rest“ (Familie, Freizeit, Paarbeziehung)
  • Reduzierung der Familie auf eine Kernfamilie ohne große Vernetzung im täglichen Schultern der Lasten
  • Konzentration auf Geld als Lösung all unserer Probleme
  • Vernachlässigung von Themen, die zwar wichtig, aber nicht dringend sind – und zwar so lange, bis sie dann dringend sind
  • An einander vorbei reden statt miteinander
  • großer Aktionismus, danach nichts
  • Vernachlässigung der sozialen Themen
  • Weitere Entfremdung zwischen denjenigen, die vorher schon sozial eher schwach waren und den privilegierteren Teilen der Gesellschaft
  • Meckerige Opferhaltung

Eine Geburt fällt da gleich in mehrere der angesprochenen Kategorien.

Eine Liste mit Links zum Thema Geburt und Corona, die ich seit März führe, zeigt: Es geht zum einen um weniger Präsenz und mehr online-Termine, es geht aber zum anderen auch darum, wie in den Krankenhäusern mit den Gebärenden umgegangen wird. Und, klar, dann geht es auch noch manchmal um die Frage, wie gefährlich SARS-COV2 eigentlich für Schwangere und Babys ist.

Was durch Corona rund um Geburten anders wurde – und was das aus feministischer Sicht bedeutet

Ich möchte im Folgenden anhand einiger typischer Corona-Schwangeren/Gebärenden-Situationen zeigen, wie viel Arbeit für uns noch zu tun ist, damit dieses Jahr 2020 nicht als großer Rückschlag für Gleichberechtigung, feministische Geburten und ein liebevolles Miteinander in die Geschichte (oder zumindest unsere persönlichen Lbensbiographien) eingeht.

Weniger persönliche Betreuung

Auf einmal sollte alles per Videotelefonie gehen. Beratungen und Termine sollten so weit wie möglich ohne Kontakt ablaufen. Ja, Hebammen durften auch weiterhin Hausbesuche machen, aber eben nur, wenn es unbedingt nötig war.

Klar ist es besser, telefonisch einen Rat zu bekommen, als gar nicht.

Für mich ist diese Herangehensweise ein Symptom eines viel tiefer liegenden Problems: Wir ersetzen menschliches Erkennen, ein Vertrauen und ein Gefühl für einander durch Statistiken, Mittelwerte und Geräte. In einer solchen Welt ist es natürlich auch gleichwertig, ob ich der Hebamme beim Hausbesuch sage „ich kann kein Wasser lassen“, oder ob ich ihr das am Telefon sage.

Fakt ist aber: Eine Hebamme, die mich über Monate hinweg betreut hat, kennt mich viel besser. Sie kann vielleicht sogar schon an meinem Gesichtsausdruck oder an der Art, wie ich mich bewege, erkennen, wie es mir geht. Wenn eine Schwangere aber ihre Hebamme immer nur ganz kurz sieht (so, wie es in gynäkologischen Praxen meist der Fall ist), kann sich dieses Vertrauen erst gar nicht aufbauen. Sie kann mir dann eben nicht bei jedem Termin sanft die Hände auf den Bauch legen und „Hallo Baby“ flüstern und eine Verbindung aufbauen.

Dann wird die Hebamme also aufgrund meiner Aussage erst mal einfach die häufigste Ursache für das Problem annehmen und entsprechend eine Empfehlung geben. Sie wird aber eben nicht mich kennen und mir eine viel personalisiertere Empfehlung aussprechen können.

Fazit: Videotelefonie ist besser als nichts, kann aber den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Die Annahme, man könne ohne den persönlichen Kontakt eine Schwangere begleiten, fußt auf der Tradition der technisierten Geburtsmedizin statt der Geburtshilfe.

Geburt mit Maske

Nicht alle, aber viele Frauen, die ihre Babys seit März in Krankenhäusern zur Welt brachten, mussten zumindest zeitweise eine Maske aufsetzen.

Ich kann das in verschiedenen Situationen verstehen. Auf dem Weg vom Auto zum Kreißsaal zum Beispiel. Oder von mir aus auch auf dem Weg zum Klo auf dem Gang.

Oder wenn wir Gemeinschaftskreißsäle hätten, so wie Anna Elisabeth das erzählt.

Aber wenn die Frau in „ihrem“ Kreißsaal ist und die Türe ist zu, dann finde ich die Maske nicht hilfreich. Wenn einerseits großes Verständnis daür da ist, dass Leistungssportler*innen keine Wettkämpfe mit Maske bestreiten können, weil es zu anstrengend ist, aber andererseits Gebärende eine Maske tragen sollen, frage ich mich, wie wir die Leistung einer Gebärenden eigentlich einschätzen. Für die allermeisten Frauen ist eine Geburt körperliche Arbeit. Viele kommen bei der Geburt ihrs Kindes erstmals an ihre Leistungsgrenze.

Alle Menschen, die mit Geburten zu tun haben, werden bestätigen, dass die Atmung ein essentieller Bestndteil einer Geburt ist. Tief atmen, locker atmen, Wellen veratmen… Das funktioniert mit Maske nur bedingt.

Nun kann ich natürlich verstehen, dass es ziemlich blöd wäre, wenn eine Schwangere mit dem Covid19-Virus infiziert ist und dann dort im Kreissaal die Viren verteilt und sich die Hebammen, Ärzt*innen und sonstiges Personal dann anstecken.

Nur stelle ich mir die Frage der Verhältnismäßigkeit. Ist die Gebärende der richtige Ansatzpunkt? Oder sollte nicht eher die Umgebung sich anpassen?

Finanziell und logistisch ist es natürlich eine einfache Maßnahme, der Gebärenden eine Maske überzuziehen.

Es gäbe aber auch andere Möglichkeiten.

  • Schutzausrüstung für das medizinische Personal: Es gibt sie ja, diese Schutzanzüge, durch die kein Virus durchkommt. Man müsste sie halt nur bereitstellen.
  • Feste 1:1-Betreuung: Wenn eine Hebamme eine Gebärende betreut, betreut sie eben nur diese eine. Sie wechselt die Kreißsäle nicht und verbreitet dadurch auch nichts weiter.
  • Corona-Tests für Schwangere und Begleitpersonen in den letzten Schwangerschaftswochen auch ohne Symptome.

Diese Lösungen oben sind komplizierter umzusetzen. Mehr Material, mehr Personal, mehr Kosten.

Wie viel einfacher ist es da, einer Gebärenden eine Maske aufzusetzen. Und sie muss sich ja daran halten — sonst darf sie im Krankenhaus nicht bleiben.

Fazit: Dass zu Beginn der Pandemie nur die Maske als Lösung zur Verfügung stand, zeigt, wie nah unser Gesundheitssystem an einer kritischen Klippe operiert. Dass wir auch im Verlauf der Krise keine Lösung gefunden haben, zeigt, wie wenig Wertschätzung wir dem Wunder der Geburt entgegenbringen.

Geburt ohne Begleitung

Gerade im März, aber auch noch danach, kam die Regel auf, dass Gebärende keine Begleitung mehr im Kreißsaal haben dürften.

Ich habe dazu eine Liste zusammengestellt, auf der ich verzeichne, welche Krankenhäuser Väter (oder andere Begleitpersonen) zugelassen haben.

Relativ schnell griffen die Medien das Thema auf. Nach massiven Protesten ruderten viele Krankenhäuser zurück und erlaubten zumindest eine Person. Allerdings lies die konkrete Umsetzung vor Ort dann manchmal doch arg zu wünschen übrig.

In dieser Geschichte hier verarbeite ich einen Hilferuf, der mich erreichte, weil eine Frau ihren Mann dann nur zu den Presswehen mitnehmen durfte.

So ziemlich alle, die mit Geburten zu tun haben, sagten, dass natürlich die Anwesenheit des Vaters bei der Geburt eine positive Wirkung auf die Gebärende habe — gerade in so unsicheren Zeiten!

Ich kann verstehen, dass die Krankenhäuser nicht wollten, dass die selbe Gebärende von vielen verschiedenen Personen abwechselnd unterstützt würde. Ich kann auch verstehen, dass man lieber eine Person dabei hat, die so oder so im selben Haushalt wohnt wie die Gebärende und somit vermutlich die gleichen Viren mit sich herumträgt.

Viele Doulas haben deshalb Verständnis geäußert für die Einschränkung ihrer Arbeit.

Trotzdem bin ich auch verwundert.

Schwangere, die sich sonst ohne Vorbereitung darauf verlassen, dass sie im Krankenhaus entbunden werden (bewusste Wortwahl), sind nun ängstlich. Alles ist okay, aber bloß nicht ohne den Partner.

Es wurden auf einmal Petitionen aus dem Boden gestampft. Niemand sollte allein das Kind zur Welt bringen müssen. Diese sehr fokussierten Petitionen schlugen allerdings denjenigen ins Gesicht, die sich seit Jahren für die Verbesserungen in der Geburtshile einsetzen. Ihr langjähriges Engagement (in dem auch die Rolle der persönlichen Geburtsbegleitung ihren Platz hat) wurde auf die eine Forderung reduziert: Väter in die Kreißsäle!

Noch einen anderen Aspekt möchte ich an dieser Stelle aufgreifen, der vielleicht etwas abgehoben klingen mag, aber mir nicht aus dem Kopf geht: Es ist für mich als Feministin spannend, dass von allen Problemem und Herausforderungen, die Corona für Schwangere und Gebärende gebracht hat, genau das die meiste Aumerksamkeit bekommt, was Männer betrifft.

Und zum Schluss habe ich noch eine andere Seite zu beleuchten: Die Debatte um Väter im Kreißsaal ist ein typisches Beispiel dafür, dass wir in einer hetero-cis-genormten Geselleschaft leben, in der wir von einer heilen Familie ausgehen.

  • cis-genormt: Wir gehen davon aus, dass unser uns bei der Geburt zugewiese Geschlecht mit unserer Geschlechtsidentität übereinstimmt. Die Debatte lässt die besonderen Bedürfnisse von Trans-Eltern außen vor.
  • hetero: Auch wenn viele Krankenhäuser schnell vom „Vater“ zu einer „im gleichen Haushalt lebenden Begleitperson“ wechselten, konzentrierte sich die Debatte auf Männer. Gleichgeschlechtliche Paare standen in der Debatte wieder mal am Rand. (Übrigens auch in meinem Beitrag dazu. Schande auf mein Haupt. Ich gelobe Besserung.)
  • heile Familie: Nicht jeder biologische Vater ist zum Zeitpunkt der Geburt in einer (gesunden) Beziehung mit der Gebärenden. Manche Frauen sind gewollte single. Manche Frauen wollen auch einfach lieber eine andere Begleitung dabei haben, zum Beispiel eine Doula. Und in manchen Fällen ist der leibliche Vater schlicht nicht da. Es gibt persönliche Schicksalsschläge genauso wie zerbrochene Beziehungen oder schlecht geplante Geschäftsreisen. Für diese Menschen bedeutete die Einschränkung des selben Haushaltes, dass sie alleine ins Krankenhaus mussten.

Fazit: Einerseits kann ich gut nachvollziehen, dass gerade die Debatte um Väter einen großen Teil der Berichterstattung um Corona und Geburten ausgemacht hat. Und ich persönlich weiß, wie wichtig ein liebevoller Partner bei der Geburt sein kann. Nicht zuletzt deshalb habe ich mein Buch der kompetente Hausgeburtsvater geschrieben. Andererseits zeigt die Diskussion für mich auch, wie wenig sich viele Menschen eigentlich vorher um den Zustand der Geburtshilfe in Deutschland gekümmert haben.

Das Dorf schwindet – oder auch nicht?

Traditionell war eine Frau im Wochenbett umsorgt von anderen Menschen. Sie kümmerte sich um das Baby, die anderen Menschen (der Mann, die Nachbar*innen, Freund*innen) kümmerten sich um alles andere. Nun aber sollten wir die Kontakte so weit wie möglich einschränken. Eine alleinstehende frischgebackene Mutter oder eine Mutter, deren Partner*in kaum oder gar nicht zu Hause war, hatte also nun ein Baby zu Hause und sollte alles andere auch allein schmeißen.

Prostmahlzeit.

Wenn dann noch ältere Geschwisterkinder betreut werden wollten (weil ja Kitas und Schulen dicht waren und die Kids auch nicht bei anderen Kindern spielen sollten), war der Weg zur Wochenbettdepression nicht mehr weit.

Diesem sehr schwarzen ersten Eindruck steht entgegen, dass Menschen manchmal auf wunderbar erfinderische Ideen kommen. Es gab immer noch Familie Freund*innen, die halfen. Sie stellten einfach die Einkäufe oder das fertige Mittagessen vor die Tür. Oder sie organisierten die Behördengänge. Oder sie riefen an und lasen den älteren Geschwisterkindern am Telefon vor. Oder sie kamen (natürlich nach Absprache!!), während die Familie mal einen Spaziergang machte, und gingen das Nötigste im Haushalt an.

Ja, es gab und gibt sie, diese tollen Menschen. Es gibt aber auch Frauen* mit Neugeborenem, die genau das nicht hatten. Die nicht raus kamen. Die allein waren. Denen das Dorf fehlte.

Wir haben sie durch alle Netze allen lassen.

Fazit: Manche Menschen sind auf Unterstützung angewiesen, die ihnen von heute auf morgen genommen wurde. Wir sollten uns schämen, die Pandemie an den Schwachen auszulassen.

Systemrelevanz der Hebammen

Auf einmal war klar, dass Hebammen auch systemrelevant sind. Überraschung! Ernsthaft, wo haben wir bisher gelebt, dass uns das nicht klar war? Ironie aus.

Hebammen leisten natürlich wertvolle Arbeit. Genauso wie alle anderen Menschen im medizinischen und pflegerischen Bereich. Und natürlich sind sie, wie so viele andere Care-Berufe [also Berufe, die im weitesten Sinne damit zu tun haben, sich um andere zu kümmern], chronisch unterbezahlt und überbelastet.

So schnell wird sich das auch nicht ändern. Weder können wir uns Hebammen backen, noch kann ich persönlich Einfluss auf die Vergütungssätze nehmen.

[Im Kleinen habe ich was geändert: Ich habe meine Krankenkasse gewechselt, weil die alte die Rufbereitschaftspauschale nicht übernehmen wollte. Von der neuen habe ich, weil ich zu spät dran war, auch keine bekommen. Egal.]

Allerdings sehen wir jetzt schon, dass sich doch wieder wenig nachhaltig verbessert. Einmalzahlungen helfen da kaum. Es muss sich was am System ändern. Siehe dazu auch Teil 2 dieser Serie.

Ein guter Artikel zu Care-Arbeit in der Corona-Pandemie ist auf dem Blog Feministische Studien erschienen. Es geht dort nicht ausdrücklich um Hebammen, aber der Beitrag passt sehr gut:

Eine mögliche Gefahr der Digitalisierung liegt darin, dass die impliziten technologischen Möglichkeiten als Lösung für problematische Arbeitsbedingungen gelten, ohne die nötigen strukturellen Reformen für Betroffene und Beschäftigte anzugehen

Aus dem Beitrag Großputz! Care nach Corona neu gestalten! Auf dem Blog feministische Studien.

Fazit: Was die Überlastung und Unterbezahlung von systemrelevantem Pflegepersonal angeht, ist nach der Krise vor der Krise.

Corona – Geburt – Feminismus: Was lernen wir aus feministischer Sicht durch Corona-Geburten?

Tja. ein halbes Jahr nach dem Beginn des Lockdowns sprechen manche von einer „neuen Normalität„. Und was ist dann in dieser Normalität neu?

  • Hebammen sind immer noch unterbezahlt und überbeansprucht.
  • Wir ersetzen den persönlichen Kontakt noch mehr durch Maschinen und die persönliche Einschätzung noch mehr durch Statistiken.
  • Wir nehmen hin, dass sich die Situation für bestimmte teile der Bevölkerung drastisch verschlechtert.
  • Der Fokus liegt mal wieder nicht auf einem ganzheitlichen Ansatz in der Geburtshile.

Wie Jenni bereits schrieb: „Ich habe keine Lösung für das Problem.“ Dem stimme ich voll zu. Ich habe auch keine Lösung für all diese systemischen Probleme. Klar kann ich wählen und darauf vertrauen, dass sich dadurch etwas ändert. Es gibt ja durchaus Politiker*innen, die der Meinung sind, dass sich in der Geburtshilfe die Richtung ändern muss. Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Babys, die 2020 oder 2021 geboren werden, werden von solchen Änderungen kaum etwas haben.

Also ist es am Schluss so wie immer: Selbst ist die Frau.

Und so folgt das nächste Zitat:

Ich weiß, du hast Angst
und ich weiß, was du kannst
und dass sich so was vertanzt
komm, zieh dich an.
[Judith Holofernes, aus dem Lied Pechmarie]

Schwangere können nicht darauf warten, dass sich die Situation bessert. Nein, mehr denn je ist es wichtiger, sich auf die Geburt intensiv vorzubereiten. Körperlich, geistig, aber auch organisatorisch und rechtlich. Wer sich zurücklehnt, darf sich später auch nicht beschweren über all die Ungerechtigkeiten.

Wir müssen uns nicht immer auf die Probleme konzentrieren. Konzentrieren wir uns stattdessen auf unsere persönlichen Lösungen.

Für mich hat Corona gezeigt, dass der Feminismus nicht überholt ist. Es ist nicht alles okay, und „jetzt können wir das mal wieder sein lassen“ stimmt halt einfach nicht.

Nein, unsere Geburten gehören uns. Auch trotz Corona-Pandemie können wir gute Geburten erleben. Wir müssen uns nur einer der Grundideen des Feminismus bedienen:

Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.

Simone de Beauvoir, Autorin des Buches das andere Geschlecht.

Wir fordern deshalb auf politischer Ebene mehr Selbstbestimmung bei unseren Geburten. Verschiedene Vereine fordern diese Veränderungen bereits ein. Und auf Blog Familia gibt es dazu auch eine kurze umfr

Und wir nehmen unsere eigene persönliche Macht an. Wir wissen um die Bedingungen, und entscheiden uns bewusst dafür, wie wir mit ihnen umgehen.

Wenn Corona dazu führt, dass wir nicht nur meckern, sondern unser eigenes Schicksal in die Hand nehmen, haben wir am Ende vielleicht doch etwas gewonnen.

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