Individuell, frei, selbstbestimmt – so leben wir als Familie

Lena Kampfhofer hat mich gefragt, ob ich bei ihrer Blogparade mitmache. Individuell, frei, selbstbestimmt – so leben wir als Familie ist das Thema.

Und klar schreibe ich was dazu.


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Individualität ist wichtig — und nicht gleichzusetzen mit Individualismus.

Freiheit wünschen wir uns alle. Frei von Zwängen, frei zu tun, was wir wollen.

Selbstbestimmtheit, unsere eigenen Entscheidungen… Das klingt gut.

Doch ganz ehrlich: So viel anders als viele andere machen wir das doch gar nicht. Oder wohl? Klar, ich habe meine Kinder zu Hause zur Welt gebracht. Statistisch gesehen ist das ein Sonderfall und deshalb wohl auch irgendwie individuell. Es war auch meine freie Entscheidung. Ich habe mich mit Risiken und mit Möglichkeiten beschäftigt, habe mir mein Netz von Unterstützer*innen geknüpft und bin damit gut gefahren. Auch die Entscheidung, ins Krankenhaus zu fahren, war selbstbestimmt.

Doch irgendwie sind wir in vielen Dingen auch einfach so, wie viele andere sind. Ich gehe nicht bei allem einen Sonderweg nur um des Sonderweges willen.

Meine Kiddies waren alle bereits in der Kita, bevor sie ein Jahr alt wurden. Sonderweg gleich doppelt, weil wir aus unseren Familientraditionen nur „Krippe mit 12 Wochen“ und „Kindergarten ab 4 Jahren und Mittagessen zu Hause“ kannten.

Die Ältesten gehen in die örtliche Grundschule. Nix Freie Schule, nix Waldorf.

Mein Mann arbeitet Vollzeit. Ich bin Teilzeit angestellt. Alles irgendwie mainstream.

Die Selbstständigkeit mit meinen Angeboten zu Geburtsgeschichten und Schreibarbeit ist vielleicht etwas ungewöhnlich. Andererseits: So ungewöhnlich nun auch wieder nicht — immer mehr Frauen lerne ich kennen, die (zumindest nebenberuflich) selbstständig sind.

Was also macht es so selbstbestimmt, frei und individuell? Ich glaube, der Hauptunterschied ist der:

Wir wollen das so. Wir sehen es nicht als unumgängliches Übel an, sondern wir sind sehr glücklich damit. Klar: Es gibt immer noch Luft nach oben. Aber hey, ganz ehrlich: Ich stehe morgens gerne auf, weil mir jeder Tag Freude macht.

Ich brenne für meine Arbeit, ich brenne für meine Themen. Ich liebe meinen Mann und meine Kinder (und die Katze auch, wenn sie nicht gerade das Essen vom Tisch mopst). Die Kinder haben in Kita, Kort und Schule Menschen, mit denen sie wunderbar auskommen. Wir können Freizeitwünsche erfüllen und haben sogar noch Raum für Liebesleben (wenn nicht gerade Corona dazwischenfunkt, wie gerade).

Wir sind privilegiert, dass das so geht. Wir haben genug Geld, wir haben ein Haus mit Garten. Wir wohnen in einem Dorf, in dem man sich gegenseitig hilft und alle aufeinander aufpassen. Wir sind gesund. Wir sind weiß und haben keine sichtbaren Behinderungen. Wir müssen niemanden pflegen.

All das hilft uns, selbstbestimmt zu sein, denn wir haben genügend Kraft, über die Notwendigkeiten des Alltags hinauszugehen.

Mir ist bewusst, dass nicht jede Familie dieses Glück hat.

Manchmal ist Anpassung nicht eine bewusste Entscheidung, sondern entsteht aus der Not heraus. Und manchmal ist Individualität der Schlüssel, um aus dieser Not herauszukommen. Doch das kann ich nicht pauschal für jede Familie sagen.

Was nach außen sehr angepasst aussehen mag, kann innerlich sehr bewusst entschieden worden sein.

Und was nach außen seht frei und selbstbestimmt aussehen mag (wie zum Beispiel eine Alleingeburt), mag das Resultat gesellschaftlicher Zwänge sein (wenn zum Beispiel keine Hebamme gefunden wurde).

Deshalb gilt für mich beim Thema Individuell, frei, selbstbestimmt – so leben wir als Familie: Was für uns gerade passt, passt für uns. Was für uns zu einem anderen Zeitpunkt passt, passt zu einem anderen Zeitpunkt. Was für andere Familien passt, passt für diese. Denn es geht nicht um das Label, was wir uns damit verpassen, sondern darum, wie es uns damit geht.

Wir fühlen uns mit unserer Mischung aus Individualität und Angepasstheit ziemlich frei und selbstbestimmt. Und das wünsche ich auch dir.

1 Gedanke zu „Individuell, frei, selbstbestimmt – so leben wir als Familie“

  1. Bis auf meine Vorbehalte gegen die Kindergartenerziehung stimmte ich zu . Bis in die Schulzeit hinein, sollten Eltern ihren Kindern zu Fragen und Anregungen vorhanden sein .

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