Tanja Britz: Gebären statt Entbinden

Heute darf ich einen Blogbeitrag von Tanja Britz teilen, die in einer Projektarbeit die Worte, die wir unter der Geburt benutzen, analysiert hat.

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Sehr gerne unterstütze ich Katharina in ihrem Gedankengang, von Geburt und Gebären zu sprechen.

Auch ich habe mich 2018 im Rahmen einer Projektarbeit mit der Sprache in der Geburtshilfe und der Umstellung auf die Worte Geburt, Spontanpartus, etc. auf einer Wochenbettstation beschäftigt.

Bewusste Kommunikation in der Geburtshilfe

Warum mich das beschäftigt hat und immer noch tut, ist mein beruflicher Hintergrund: Ich bin mittlerweile schon mehr als 12 Jahre in der Geburtshilfe tätig und habe in der Stillberatung,  Schüleranleitung und (stellvertretenden) Leitungsfunktion viel mit Kommunikation zu tun.

Gerade durch diese sehr unterschiedlichen Kommunikationsteilnehmer erkenne ich viel Kraft durch eine gelungene Kommunikation und die Wahl der richtigen Worte.

Ich kann die Gesprächsdauer zum Beispiel direkt am Anfang verkürzen, indem ich geschlossene Fragen stelle, oder ich biete einen echten Austausch an, indem ich offene Fragen stelle.

Je nachdem, was ich wissen möchte, haben durchaus beide Fragen ihre Berechtigung:

Wenn ich wissen möchte, wann das Kind zuletzt gestillt wurde, frage ich präzise: Wann hat das Baby zuletzt getrunken? Wenn ich aber erstmal wissen möchte, ob es mit dem Stillen gut funktioniert, frage ich: Wie kommt ihr zurecht mit dem Stillen?

Dieses Wissen über die Kommunikation und die richtige Anwendung geht deutlich weiter, wenn man sich zusätzlich Gedanken über die Wortwahl, Wortbedeutung und die Wirkung der Worte macht.

Entbindung ist passiv

So verhält es sich bei dem Wort Entbindung, es bringt die Frauen in eine Passivität, denn ich kann schwer selbst entbinden. Es braucht eine weitere Person dafür, aber ich kann allein gebären und mit einer/einem Geburtshelferin/Geburtshelfer.


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Des Weiteren ist das Wort Entbindung vornehmlich als Befreiung von einer Pflicht angesehen, das bekannteste Beispiel ist die Entbindung von der Schweigepflicht.

Zusätzlich ist die Vorsilbe ent häufig mit negativen Begriffen belegt, wie beispielsweise enterben, entleeren; positive Begriffe sind hier nur wenig zu finden wie zum Beispiel entwickeln.

Nun frage ich Sie: Wollen Sie Ihr Kind gebären und ihm einen schönen Geburtstag machen oder werden Sie ihr Kind entbinden und sind dann befreit von weiteren Pflichten?

Ich kann Sie beruhigen, die Mutterrolle behalten Sie ein Leben lang, weil Ihre Verbindung zum Baby, nur rein sprachlich, durch das Wort Entbindung getrennt wird, die Verbindung verändert sich praktisch nur von innen nach außen.

Das veränderte Geburtserlebnis

Leider verändert das Wort Entbindung das Geburtserlebnis!

Es gibt auch keine Wiederholung diese Wortes bei weiteren Geburtstagen, oder haben Sie schon einmal von einer Entbindungstagstorte oder Entbindungstagseinladungen gehört?

Ein Geburts-Tag ist ein schöner Tag, daher wäre es schön, wenn unsere Worte von Anfang an ansprechend wären!

Sollten meine Worte bei Ihnen Anklang finden und Sie auch Interesse daran haben, eine Veränderung bewirken zu wollen, nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf.

Tanja Britz

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Tanja Britz

Tanja ist seit 23 Jahren leidenschaftliche Kinderkrankenschwester, IBCLC und seit kurzem Bachelor of Science, aktuell als Pflegepädagogin tätig in Trier (Rheinland-Pfalz). Sie ist Mutter von 2 Kindern, die 17 und 19 Jahre alt sind.

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