Buchrezension: Auf Fruchthöhlen-Forschung

Auf Fruchhöhlen-Forschung ist das zweite Kinderbuch von Dr. med. Konstantin Wagner. Wie der Name schon sagt, geht es darum, kindgerecht die Themen Fortpflanzung, Schwangerschaft und Geburt zu vermitteln: Mit den richtigen Begriffen und ohne Scham.

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Um denjenigen gerecht zu werden, die sich mit den Worten „Frau“ oder „Mutter“ nicht identifizieren können, obwohl in ihrer Geburtsurkunde „weiblich“ steht, habe ich mich dazu entschlossen, in diesem Beitrag „Mutter“ und „Frau“ jeweils mit dem Inklusionssternchen zu versehen. Ihr werdet also Frau* oder Mutter* lesen. Geschlechtergerechte und inklusive Sprache ist mir ein Herzensthema, allerdings ist (meine persönliche und die gesellschaftliche) Entwicklung dazu noch lange nicht abgeschlossen. Mal sehen, wie ich es in Zukunft angehe. Mehr zum Thema liest du unter anderem hier: Sollte ein Geburtsblog geschlechtsneutral sein, Gebären wie eine Feministin und Sex, Gender, Geburten und die deutsche Sprache.

Auf Fruchthöhlenforschung

Altersempfehlung

Auf dem Umschlag steht, das Buch wird empfohlen für Kinder ab 3 Jahren. Prinzipiell gilt aber bei solchen Themen natürlich immer: Wenn Fragen kommen, können wir die altersgerecht beantworten und dabei auch Bilder aus Büchern zeigen, die wir vielleicht noch nicht komplett vorlesen.

Hauptperson

Hauptpersonen sind Lasse (4 Jahre alt) und seine ältere Schwester Mathilda (7 Jahre alt).

Vorlesedauer

In etwa zehn Minuten, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, regelmäßig unterbrochen zu werden. Die Kinder steigen sofort in das Gespräch ein.

Handlung

Wir sind wieder mit Familie Weißbescheid unterwegs, die wir bereits im Buch Expedition nach Genitalien kennengelernt haben.

Dieses Mal sind Lasse und Mathilda mit ihren Eltern zelten und erleben dort zufällig mit, wie ein Kälbchen geboren wird. Natürlich greifen die Kinder das Thema sofort auf, und es steht die Frage im Raum: Wie wurde ich eigentlich geboren?

Mathilda weiß schon etwas mehr und erklärt Lasse, was sie weiß. Die Eltern ergänzen jeweils.

Es geht um Zeugung, Schwangerschaft und Geburt — und zwar sowohl vaginal als auch per Kaiserschnitt.

  • Fragen: Lasses Ausgangsfrage ist: „Wo komme ich denn eigentlich her?“ Im späteren Verlauf stellen die Kinder noch weitere Fragen, zum Beipsiel „Aber wie kommt jetzt die Samenzelle zur Mama-Eizelle?“ oder „Bin ich auch einfach rausgefallen wie das Kalb bei der Kuh?“
  • Wie / wo läuft die Geburt ab? Die Kuh bekommt ihr Kälbchen im Stall. Mathilda kommt vaginal zur Welt; ihre Mutter hat den Vierfüßlerstand gewählt. Es wird nicht ganz klar, ob die Geburt außerklinisch oder in einem Krankenhaus stattfindet. Lasse wird per Kaiserschnitt in einem Krankenhaus geboren.
  • Wie werden die Kinder eingebunden? Da die Geburten in der Retrospektive besprochen werden, sind die Kinder die Aktiven, wenn es um Fragen und das Weiterspinnen des Gesprächs geht. Weil Lasse per Kaiserschnitt geboren wurde, konnte Mathilda nicht dabei sein. Sie erinnert sich daran, dass Oma und Opa auf sie aufgepasst haben und sie mit Papa nach Lasses Geburt im Krankenhaus zu Besuch war.
  • Welche Gefühle werden thematisiert? Ist Neugierde ein Gefühl? Oder Wissensdurst? Was für mich in diesem Buch herauskommt sind vor allem die Sicherheit, Mama und Papa alles fragen zu können, und Antworten zu bekommen, die nichts verheimlichen, aber auch nicht überfrachten.

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Besonderheiten des Kinderbuchs „Auf Fruchthöhlen-Forschung“

An dieser Stelle möchte ich ein paar Punkte gesondert erwähnen, die dieses Buch für mich wirklich lesenswert machen (ja, einiges wird dir von der Expedition nach Genitalien schon bekannt sein):

  • Die Menschen im Buch haben keine Model-Maße. Niemand ist übermäßig „zurechtgemacht“, alle Personen sehen realistisch aus was die Körpermaße angeht.
  • Nicht alle Personen haben dieselbe Hautfarbe. Ein Hoch auf Diversität!
  • Kaiserschnitt und vaginale (klinische und außerklinische) Geburt werden nicht als absolute Gegensätze dargestellt, sondern als jeweils gültige Entscheidung.
  • Es gibt detaillierte Bilder von der vaginalen Geburt, vom Kaiserschnitt und vom Geschlechtsverkehr. Diese sind allerdings unter Klappen verborgen, sodass Eltern selber entscheiden können, für welche Bilder ihre Kinder bereit sind.
  • Zum Geschlechtsverkehr erklärt Papa:

Das machen nur Erwachsene; und nur dann, wenn BEIDE das möchten und sie ALLEIN sind. Für Kinder ist das noch nichts.

Dr. med. Konstantin Wagner: Auf Fruchhöhlenforschung
  • Für Eltern gibt es weitere Infomaterialien online, zum Beispiel zu den Themen Zeitpunkt für Aufklärung, Korrekte Genitalienbenennung, Sex, Kindernachfragen und Diversität: Richtig Wissen: Fruchthöhlenforschung
  • Fun Fact: Ursprünglich sollte das Buch „Die Fruchthöhlenforscher“ heißen, aber die Rückmeldung aus der Community ergab, dass das generische Maskulinum nicht gut ankam:
Erst wurde nicht gegendert…
… dann wohl.

Quelle für beide Fotos ist Instagram.

  • Es wird auch darauf eingegangen, wie künstliche Befruchtung funktioniert und dass nicht alle Kinder mit ihren biologischen Eltern aufwachsen. Und der wichtigste Satz in diesem Zusammenhang ist:

Die Hauptsache ist, dass alle Kinder geliebt werden.

Dr. med. Konstantin Wagner: Auf Fruchthöhlenforschung

Fazit und Bestellmöglichkeiten

Was für ein wunderbares Buch! Was für ein wirklich wunderbares Buch!

Ein kleines Pappbilderbuch für kleine Hände, mit ehrlichen und authentischen Bildern, gut verständlichen Texten und der ganz klaren Botschaft: Kinder profitieren davon, wenn ihre Fragen ehrlich beantwortet werden.

Das Buch kannst du hier bestellen:

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Katharina Tolle

Wie schön, dass du hier bist! Ich bin Katharina und betreibe seit Januar 2018 diesen Blog zu den Themen Geburtskultur, selbstbestimmte Geburten, Geburtsvorbereitung und Feminismus.

Meine Leidenschaft ist das Aufschreiben von Geburtsgeschichten, denn ich bin davon überzeugt, dass jede Geschichte wertvoll ist. Ich helfe Familien dabei, ihre Geschichten zu verewigen.

Außerdem setze ich mich für eine selbstbestimmte und frauen*-zentrierte Geburtskultur ein. Wenn du Kontakt zu mir aufnehmen möchtest, schreib mir gern!

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