Sternenkinder

Letze Woche habe ich einen Gastbeitrag veröffentlicht. Darin ging es zum Glückwünsche zur Geburt. Doch leider ist es nicht immer so, dass eine Geburt gut ausgeht und wir unserem Glück und unserer Freude Ausdruck verleihen wollen. Manchmal endet eine Schwangerschaft frühzeitig und manchmal kommt ein Baby tot zur Welt oder stirbt kurz nach der Geburt. Sternenkinder oder Sternenbabys, oder auch schlicht Sternchen, werden diese Babys genannt.

Bild: Monstera

Am kommenden Samstag, 15.10.2022 ist Tag der Sternenkinder. An diesem Tag gedenken wir all unserer Sternchen und machen darauf aufmerksam, dass es eben nicht immer heißt: „Erste Schwangerschaft, erstes Baby“.

Ich nehme den Tag der Sternenkinder zum Anlass, verschiedene Blogbeiträge nochmals ins Licht zu rücken, die ich zu diesem Thema bereits geschrieben habe.

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Begriffserklärungen & Medizin

Sternenkinder

Meist lernen wir den Begriff erst kennen, wenn wir persönlich betroffen sind oder in unserem Umfeld jemand eine Fehl- oder Totgeburt erleidet. Und dann müssen wir erst mal überlegen: Was genau ist ein Sternenkind?

In diesem Beitrag fasse ich die gängigen Definitionen zusammen.

Stille Geburt oder Geburt in Stille?

2006 war die Geburt der Tochter von Katie Holmes und Tom Cruise Anlass für eine extrem miese Übersetzung in der Rheinischen Post.

Katie Holmes sollte ihre Tochter in einer ruhigen Umgebung zur Welt bringen — die RP schrieb von einer „Stillen Geburt“. Das konnte ich so natürlich nicht stehenlassen.

Gründe für eine Fehlgeburt

In diesem Beitrag liste ich Gründe auf, warum ein Körper eine Fehlgeburt einleitet. Ich erinnere mich daran, wie gut es mir tat, all diese Gründe kurz nach der Geburt zu sammeln. Denn natürlich sprang auch in meinem Kopf die Frage herum, ob es meine Schuld sein könnte, dass ich das Kind verlor.

Aus biologischer Sicht ist es nicht sinnvoll, dass das Muttertier ihre Kraft, Energie und Lebenszeit in Nachwuchs investiert, wenn dieser nicht lebensfähig ist. Wenn der Körper also merkt, dass da irgendetwas falsch läuft, ist es sinnvoller, die Schwangerschaft frühzeitig abzubrechen. 

Aus dem Beitrag Gründe für eine Fehlgeburt

Geschichten von Betroffenen

Je nach Quelle schwanken die Zahlen; und die Dunkelziffer ist außerdem auch noch zu beachten. Doch vermutlich liegt die Rate von Schwangerschaften, die in einer Fehlgeburt oder Totgeburt enden, bei etwa 15 Prozent (siehe z.B. Doktor.top oder Swissmom). Hier im Blog liegt die Rate von Geschichten über Sternenkinder darunter. Das liegt vor allem daran, dass ich in den letzten Jahren einen Geburtsgeschichten-Adventskalender mit jeweils 24 Geburtsgeschichten veröffentlicht habe. Darin kamen bisher keine Sternenkindergeschichten vor.

Ich nutze deshalb diesen Blogeintrag, um alle Geschichten von Sternenkindern vorzustellen. Manche der Berichte sind sehr emotional. Bitte achte auf dich, wenn du sie liest.

Nina: Emilia kam und ging vor der Geburt

Nina schrieb einen Brief an ihre Tochter Emilia, die sie in der 13. Schwangerschaftswoche verlor.

Dein Körper hat sich nicht entwickelt. Und ich gehe davon aus, dass du in den nächsten Tagen meinen Körper verlassen wirst. 

Nina im Brief an Emilia

Alexandria: Verlust in der 9. Schwangerschaftswoche

Im Blogbeitrag erzählt Alexandria von den Geburten ihrer vier Kinder. Sie hatte bereits zwei lebende Kinder, als sie wieder schwanger wurde. Dieses Baby verlor sie in der 9. Schwangerschaftswoche.

 I caught my nine week old fetus in my hand with my other two children present.

Alexandria über ihre Fehlgeburt

Meine Nummer 3

Es war der 1. März 2018, als ich eine Fehlgeburt durchlitt. Kurz darauf schrieb ich einen Blogbeitrag dazu:

Es fällt schwer, zuzugeben, dass ich auf dem Klo saß und versuchte, in all dem Blut eine befruchtete Eizelle zu finden. Es gelang mir nicht. Zu viele Blut, das bereits zu dickeren geleartigen Klumpen zusammengeklebt war.

Mein Beitrag kurz nach der Fehlgeburt

Und dann wurde ich ohne erneute Regelblutung wieder schwanger. Auch diese Erfahrung hielt ich damals in einem Blogeintrag fest:

Komisch fand ich, dass ich einerseits trauerte, und andererseits bereits nach ein paar Tagen wieder Lust auf Sex hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Schwanger nach Fehlgeburt: Nicht immer einfach. Zitat aus meinem Blogbeitrag aus dem Februar 2020

Manche Menschen fragen mich, warum ich denn dann überhaupt noch von meinem Sternchen schreibe — immerhin hat es ja „doch noch geklappt mit dem dritten Kind“. Doch das stimmt so nicht. Denn unsere Jüngste ist nun mal nicht Kind #3. Sie ist #4.

Darauf ging ich in einem Beitrag ein, den ich dieses Jahr schrieb, als sich die Fehlgeburt zum dritten Mal jährte:

Ich liebe unsere Tochter sehr. Und mir ist sehr bewusst, dass ich sie nie hätte kennenlernen dürfen, wenn das Baby vorher sich nicht so früh verabschiedet hätte. Andersherum hätte ich sie vielleicht gar nicht vermisst, weil das andere Baby genauso geliebt würde. Es ist ein Gedankenkarussell, das einfach nur Übelkeit auslöst. Schuldgefühle, weil ich ein Kind liebe? So ein Schwachsinn. Und doch immer mal wieder real.

Gedanken drei Jahre nach der Fehlgeburt

Julia: Simon kam als Frühchen zur Welt und verstarb kurz nach der Geburt

In diesem Jahr durfte ich ein Interview mit Julia führen. Julia erzählt, wie ihr Sohn Simon unterwartet als Frühchen zur Welt kam und nach ein paar Tagen verstarb.

Das Nächste, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich in Simons Zimmer auf der neonatalen Station saß. Ich vermute, ich hatte nur einen Bademantel an. Auf jeden Fall lag mein Baby auf meiner Brust.

Zum ersten Mal hielt ich mein Baby im Arm, spürte seine warme Haut auf meiner Haut.

Zum ersten Mal und zum letzten Mal.

Julia über den Moment, als Simon in ihren Armen starb

Striezi: Stella bekommt ihren Namen nach 33 Jahren

Striezi litt still, als sie eine Fehlgeburt hatte. Und ihr Umfeld war nur bedingt hilfreich: Da sie noch jung war, waren alle davon überzeugt, dass sie noch genügend Zeit hätte. Nur wenige nahmen ihre Trauer ernst.

Und erst 33 Jahre später schrieb sie die Geschichte ihres Babys auf.

Mein liebes Sternenkind, ich hab dich lieb. Ich nenne dich Stella. Ab heute hast du auch einen Namen. Stella bedeutet Stern, ob du ein Junge oder ein Mädchen geworden wärest, weiß niemand, ist auch egal, du bist nun mein/meine Stella. Ich brauche dir nicht ein Geschlecht zu geben, du hast deinen festen Platz in mir, und nun hast du auch einen Namen, 33 Jahre später, es wurde auch Zeit.

Striezi am Ende ihrer Sternenkindgeschichte
Bild: Kat Smith

Cathy: Unendliche Traurigkeit

Cathy schreibt über die Trauer, als klar war: Das Baby wird nicht lebend zur Welt kommen. Und ganz am Ende schreibt sie darüber, was ihr in dieser Zeit half:

Was mir in letzter Zeit viel geholfen hat war, die Geschichten anderer Sternenmamas auf ihrem Blog zu lesen. Ich weiß, ich bin nicht alleine mit meinen Gefühlen.

Also wenn ihr in Eurem nahen Umfeld jemanden habt, der solch ein Schicksal erleiden muss, seid für die Betroffenen da. Auch wenn man keine Worte findet, seid dennoch einfach da und verschließt Euch nicht. Denn das war für mich persönlich das aller schlimmste.

Cathy im Bericht über ihr Sternenkind

Nadines Söhne: Drei Kinder sterben kurz nach der Geburt

Nadine bringt drei Söhne zur Welt, die jeweils kurz darauf in ihren Armen sterben. Das vierte Kind überlebt. Und sie merkt erst jetzt, dass sie die Geburten ihrer Sternenkinder nicht so gut verarbeitet hat, wie sie immer dachte.

Bevor Baby da war, wusste ich gar nicht, wie traumatisiert ich von meinen drei Sternenkindern bin. Ich dachte immer, ich komme gut klar. Seit Baby aber da ist, ist es doch schwerer mit den Verlusten umzugehen, als ich dachte. Ich dachte mit einem „gesunden“ Baby ist alles gut und „vergessen“.

Nadine über die Verarbeitung der Geburten ihrer Sternenkinder. Meinen Beitrag mit Link zu ihrem Blog Mama ohne Kind kannst du hier lesen.

Jana: Gefühle nach der Abtreibung

Einige Menschen finden, dass Frauen nach einer Abtreibung nicht verdienen, von ihren Sternenkindern zu sprechen. Denn immerhin haben sie selbst entschieden, das Kind nicht auszutragen.

Ich finde das zu kurz gegriffen.

Eine Frau kann nach einer Abtreibung durchaus um ihr Kind trauern. Aus welchen Gründen eine Frau abtreibt, ist schließlich sehr individuell. (Dazu hat Anna Elisabeth zum Beispiel über ihre Erfahrungen in Indien geschrieben. Und in diesem Beitrag gehe ich auf die Situation ukrainischer geflüchteter Frauen ein.)

Und deshalb verlinke ich an dieser Stelle auch Janas Geschichte.

Am 03.08.2019 um 12:30 Uhr nahm ich die Tablette, die mein Baby tötete. „Wieso hält mich keiner auf?“ Ich schluckte sie runter und als ich merkte wie die Tablette meine Kehle runterging, merkte ich auch gleichzeitig, wie ein Teil von mir ging.

Jana über ihre Gefühle bei der Abtreibung

Anja: Fehlgeburt mit Hebammenunterstützung

Anja erlitt eine Fehlgeburt in der zehnten Schwangerschaftswoche. Ihre Frauenärztin empfahl ihr eine Ausschabung:

Ich hörte nur noch Vollnarkose und Ausschabung. Da war es mit mir vorbei. 

Anja im Interview zu ihrer Fehlgeburt

Doch es kam anders:

Ich war dann doch ganz froh, dass es von alleine los ging. Keine OP und keine Tabletten — alles ganz natürlich. 

Meine Hebamme hat stets meine Entscheidung akzeptiert und stand mir bei.

Anja im Interview zu ihrer Fehlgeburt

Yvonne: Sternenkinderinnerungen mit viel Empathie

Yvonne ist Mutter von vier Sternchen. Und mit der Zeit merkte sie, dass sie anderen Eltern in ähnlichen Situationen etwas geben kann: Sie schafft individuelle Erinnerungen an Sternenbabys.

Meine Kundinnen und Kunden können sich sicher sein, dass sie von mir eine empathische, einfühlsame Antwort bekommen. Und sie können sich sicher sein, dass jedes Kind bei uns mit Respekt und Liebe behandelt wird.

Yvonne über ihre Sternenkind-Erinnerungen

Michelle Obama: Einsatz und Ergebnis sind ohne Einfluss

In ihrer Autobiografie beschreibt Michelle Obama ihre Erfahrungen mit Fehlgeburten:

„Frustrierenderweise steigen die Chancen nicht proportional zum Einsatz“ (Obama, 2018, Seite 246f).

Zitiert aus meinem Blogeintrag aus dem Frühjahr 2019.

Wir brauchen mehr Autobiografien, in denen Frauen nicht nur von ihren lebenden Kindern berichten — sondern auch von ihren Sternchen. Ja, es ist privat. Aber wie sollen wir das System ändern, wenn wir über Privates nicht sprechen?

Worte für Betroffene

In verschiedenen Beiträgen auf dem Blog geht es darum, Mut zu machen und sich gegenseitig zumindest gefühlt in den Arm zu nehmen.

Sternenkinder warten im Himmel auf dich

Diesen Text habe ich in einem Forum als „Fundstück“ gefunden. In dem kurzen Dialog erklärt Gott einem Engel, warum manche Familien Sternenkinder empfangen und wie er sie dafür belohnt.

Wenn es Zeit wird für die Eltern und ich sie zu mir holen werde, dann wird ihr Sternenkind das erste sein, was sie sehen. Sie werden dann zusammen alle Zeit der Welt haben, um das nachzuholen, was ihnen in der Menschenwelt genommen worden ist. 

Aus dem Text Sternenkinder warten im Himmel auf dich

Rituale nach einer Fehlgeburt

Diesen Beitrag würde ich heute wohl so nicht mehr veröffentlichen. Es handelt sich um eine ungeordnete Liste mit Ideen, die mir andere Frauen geschickt haben, als ich selber unser Sternchen verlor. Der Beitrag zeigt, wie unterschiedlich du mit einer Fehlgeburt umgehen kannst.

Die Seele lebt weiter

Auch dieser Beitrag ist eine Sammlung von Kommentaren, die mich kurz nach meiner Fehlgeburt erreichten. Für manche Frauen kann es hilfreich sein, sich zu vergewissern:

Das hat gar nichts mit dir zu tun. Lass die Seele gehen.

Aus dem Beitrag die Seele lebt weiter
Bild: Cdd20

Gedicht: Dein ungeborenes Licht und Du

Mehrere Frauen schickten mir während meiner Trauerphase dieses Gedicht. Es ist aus Sicht des Sternchens an seine Mutter geschrieben.

Hier ein Ausschnitt:

Der kleine Körper, ich besaß,
der wollte nicht,
hinderte mich zu werden,
was ich werden wollte,
Dein gesundes kleines Licht.

Ausschnitt aus dem Gedicht „dein ungeborenes Licht und du

Ehre dein Sternenkind

In meinem E-Book Ehre dein Sternenkind habe ich 13 Ideen gesammelt, wie du dein Sternenkind ehren kannst und dadurch auch einen Schritt zur Verarbeitung deiner Fehlgeburt gehen kannst. Es steht momentan nur meinen Newsletter-Abonnentinnen zur Verfügung.

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Anderes

Neben Begriffsdefinitionen und persönlichen Geschichten gibt es noch weitere Blogbeiträge, die Fehlgeburten behandeln. Die Beiträge sind ganz unterschiedlich. Manche sind sachlich, andere emotional. Auch hier gilt: Achte auf dich, wenn du sie liest.

El Salvador: Fehl- und Totgeburten bringen Frauen ins Gefängnis

In El Salvador sind Abtreibung in keinem Fall erlaubt. Wenn eine Frau eine Fehlgeburt erleidet oder ihr Kind tot zur Welt bringt, kann das dazu führen, dass sie wegen Kindsmord verurteilt wird.

In meinem Beitrag von 2019 schrieb ich dazu:

Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, haben Fürsorge und Hilfe verdient, aber keine Kriminalisierung. Es hat mich schockiert, dass zum Verlust des Kindes auch noch eine Gefängnisstrafe kommt. 

Beitrag zu Fehlgeburten in El Salvador

Den ganzen Beitrag kannst du hier lesen.

Katrin: Trauerbegleitung bei Fehlgeburt und unerfülltem Kinderwunsch

Katrin erzählt im Interview, dass sie Frauen und Familien begleitet, die um ihre Sternenkinder trauern — oder unter unerfülltem Kinderwunsch leiden.

Sie berichtet über ihre Arbeit:

Es ist schön, wenn sich die Betroffenen am Ende unserer gemeinsamen Trauerarbeit so gestärkt fühlen, dass sie sich wieder dem Leben zuwenden können und das verlorene oder nicht empfangene Kind ein Teil ihrer Lebensgeschichte sein darf.

Katrin Wiesneth im Interview über ihre Tätigkeit als Trauerbegleiterin bei Fehlgeburten

Gesine: Heilsitzungen nach Fehlgeburten

Mit Gesine sprach ich über die Mutter-Tochter-Beziehung und wie diese uns beeinflusst. Dabei ging es unter anderem auch um Fehlgeburten:

Ein fehlgeborenes Kind ist ein vollwertiges Mitglied der Familie.

Gesine Gammert im Interview auf Ich Gebäre

Gesine geht es vor allem um den Umgang mit Fehlgeburten: Diese sollten nicht entsorgt, sondern gebührend behandelt werden. So kann auch die die Beziehung zwischen den lebenden Familienmitgliedern heilen. Hier gelangst du zum vollständigen Interview mit Gesine Gammert.

Doula Patricia: Bei Fehlgeburten ist die professionelle Distanz schwierig

Patricia ist Doula. Im Interview mit mir schrieb sie:

Wenn werdende Mütter eine Fehlgeburt haben, leide ich noch zu sehr mit ihnen. Da kann ich ihnen Mitgefühl schenken, aber vielleicht nicht die genügende professionelle Distanz und Standhaftigkeit.

Doula Patricia über ihre Arbeit mit Eltern, die eine Fehlgeburt erlitten haben.

Thementag frühe Fehlgeburten beim Verein Normale Geburt e.V.

Auf meinem Blog machte ich im Sommer 2021 auf eine Veranstaltung des Vereins Normale Geburt e.V. zum Thema frühe Fehlgeburten aufmerksam: https://ichgebaere.com/thementag-fehlgeburt/.

Meine Auswertung ist als Gastbeitrag auf dem Blog von Normale Geburt e.V. erschienen. Mein Fazit:

Aus all diesen Aspekten resultiert – wenig überraschend – eine Unsicherheit im Umgang mit Fehlgeburten. Dies betrifft sowohl die Familien als auch das Fachpersonal.

Auswertung des Thementages zu frühen Fehlgeburten

Petition für gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten

Vor einigen Wochen stellte ich die Petition für einen gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten vor. Die Initiatorin, Natascha Sagorski, durfte ich im September in Berlin treffen. Obwohl die Petition das Ziel von 50.000 Unterschriften beim Bundestag nicht erreicht hat, arbeitet Natascha weiter auf ihr Ziel hin.

Eine Staffelung des Mutterschutzes wird das Versorgungsnetz nicht komplett schließen können. Aber es erkennt an, dass sich Frauen bereits mit der befruchteten Eizelle darauf einstellen, Mutter zu werden. Und entsprechend leiden sie, wenn sie durch eine kleine Geburt gehen.

Mein Fazit zur Petition

Und jetzt? Wie weiter mit Fehlgeburten?

Fehlgeburten sind biologisch normal. Wir werden sie nicht verhindern können. Im Gegenteil. Wir nehmen sie noch viel bewusster wahr, weil wir dank der Geburtsmedizin schon so früh von unseren Schwangerschaften wissen.

Aus meiner Sicht braucht es verschiedene Aspekte, damit Fehlgeburten so wenig traumatisch wie möglich sind.

  • Es braucht Aufklärung darüber, dass Fehlgeburten passieren und dass die Frauen fast nie Schuld daran haben.
  • Es braucht die Möglichkeit zur Betreuung durch medizinisches Fachpersonal, das auch psychologisch dafür geschult wurde.
  • Es braucht eine finanzielle Ausstattung für solche Betreuung.
  • Es braucht Zeit, wenn die medizinische Lage nicht einen sofortigen Eingriff erfordert.
  • Es braucht niederschwellige Gesprächsangebote für Betroffene, zum Beispiel vom Verein Zwölf Wochen oder beim Erzählcafé.
  • Es braucht Umarmungen, Tränen, und Gedenkmöglichkeiten.
  • Es braucht jede*n einzelne*n von uns, um klar zu machen: Ich bin da, ich nehme dich ernst, ich glaube dir.

Sternenkinder sind Teil unserer Familiengeschichte. Sie zu verschweigen, nutzt nichts. Denn sie sind da. Egal, ob du dich im Stadium von Trauer, Wut, Ablenkung, Hoffnung oder Dankbarkeit befindest. Du bist nicht allein. Weder am Tag der Sternenkinder noch sonst irgendwann. Fühl dich umarmt.

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