Karolin: Beckenendlagen-Geburt im Krankenhaus nach erfolgloser Äußerer Wendung

Nun geht es in den Endspurt beim Geburtsgeschichten-Adventskalender. Karolin erzählt, wie aus ihrer geplanten Hausgeburt eine Beckenendlagen-Geburt im Krankenhaus wurde.

Es ist egal wie lange man wartet… wichtig ist auf wen man wartet.

Oder: das schönste Geschenk, das man bekommen kann!

Passend an meinem Geburtstag, habe ich an ET+14 spontan aus Beckenendlage meinen zweiten Sohn mit stolzen 4040 g und 54 cm Länge geboren.

Beckenendlage in der Schwangerschaft

Unsere Reise beginnt schon recht früh in der Schwangerschaft, denn unser Baby war eine Beckenendlage und eigentlich wollten und planten wir eine Hausgeburt. Natürlich hat man gerade als Mehrgebärende lange Hoffnung, dass das Baby sich noch dreht, als es aber in der 37. Woche noch immer mit dem Kopf nach oben lag, war klar, wir müssen uns was einfallen lassen.

Also habe ich Übungen gemacht, dem Baby zugeredet, bin beim Osteopathen gewesen, hab Termine fürs Moxen vereinbart. Plötzlich sagte die Hebamme, die moxen sollte: es hat sich gedreht! Allein! Juhu!

Etwa eine Woche später dann die Enttäuschung, wieder Beckenendlage. Wir waren mittlerweile in der 39. Woche. Eigentlich viel zu spät für eine äußere Wendung oder sowas, aber die Spezialklinik hier nahm uns trotzdem noch. Also Termin zur Voruntersuchung und dann Versuch der Wendung bei 39+2 mit nem geschätzten Gewicht von 3050 g und 54 cm Länge.

Leider scheiterte der Versuch, da sich der Kopf absolut nicht bewegen ließ. Ich wurde dann eine Nacht stationär aufgenommen (die Manipulation an der Gebärmutter kann Wehen auslösen und auch schwere Komplikationen können innerhalb von 24 Stunden auftreten) und durfte am nächsten Tag nach Hause.

Warten und Hoffen

Ich hoffte natürlich weiterhin jeden Tag, dass sich mein Kind doch noch umentscheiden würde, aber die Wahrscheinlichkeit wurde täglich geringer. Als es dann bei ET+7 bei der Kontrolle in der Klinik immer noch in Beckenendlage war, war eigentlich klar, dass es sich nicht mehr dreht.

Außerdem wurde mir gesagt, dass das Fruchtwasser langsam knapp wird und eventuell an ET+12 eingeleitet wird, spätestens aber bei +14. Und plötzlich war ich mit all dem konfrontiert, das ich für mich nie wollte: Klinikgeburt, Beckenendlage und dann noch ne Einleitung!

Die Tage verstrichen, ich musste alle 2 Tage in der Klinik aufkreuzen. Zuhause versuchten wir alles, was man halt so macht, um Wehen anzuregen, sämtliche Nahrungsmittel ausprobiert, warm duschen, Sex, Massagen…

Nichts brachte nachhaltig was. Vielleicht hatte ich mal 2-3 Wehen, die dann aber immer wieder von allein verschwanden und sowieso kaum mehr als ein mittelstarkes Ziehen im Unterleib waren.

Schließlich war dann Et+12, wir fuhren mit gepacktem Koffer in die Klinik. Das CTG war unauffällig und Fruchtwasser zwar an der unteren Grenze aber nichts, wo man jetzt nicht noch 2 Tage warten könnte. Ich bekam einen Termin zur Einleitung am 7.6., meinem Geburtstag, ich sollte um 8 Uhr da sein.

Natürlicher Geburtsbeginn bei Beckenendlage

Wir fuhren also nach Hause und da hatte ich dann erstmal nen kleinen mental breakdown. Den nächsten Tag verbrachte ich dann allein auf dem Sofa und versuchte, Kraft zu schöpfen, während mein Mann mit dem Großen noch allein was unternahm.

Ich bin dann irgendwann ins Bett, früher als sonst, in der Hoffnung, schlafen zu können. Ich wusste ja, dass eine anstrengende Zeit vor uns liegt. Aber geschlafen habe ich vermutlich erst so um 1… Wach wurde ich dann so gegen 3:30 Uhr, weil ich ein kräftiges Ziehen spürte. Ich hatte das Bedürfnis, mich ans Bett zu setzen, aber mehr auch nicht. Das ging dann für 2-3 Wehen so, im Abstand von circa 15 min. Danach musste ich aufstehen und schon schwerer atmen.


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Mir war plötzlich klar: diese Wehen gehen wohl nicht mehr weg! Ich startete den Tracker und die Abstände wurden schnell kleiner. Nachdem ich 5 Wehen getrackt hatte und der Abstand schon unter 10 Minuten war, weckte ich meinen Mann. Mittlerweile musste ich nämlich auch schon gut mitatmen.

Ich wollte kurz duschen gehen, nur um sicher zu sein. Da waren die Abstände plötzlich 3-4 Minuten. Kind legt den Turbo ein!

Ich rief meine Mutter an, es war mittlerweile 5:12 Uhr. Sie ging auch nach 2 mal Klingeln dran und versprach, dass sie gleich los fahren würden. Sie waren dann auch so gegen 6 Uhr da. Ich drückte meinem Großen noch nen Kuss auf die Stirn, er lag im Bett und schlief und los ging es.

Fahrt in die Klinik

Im Auto rief ich in der Klinik an und sagte ich habe Wehen, alle fünf bis acht Minuten, Beckenendlage. Wir sollen sofort kommen. Zum Glück war wenig Verkehr, so dass wir nur ungefähr 25 Minuten fahren mussten. Währenddessen schreib ich meiner Hebamme und meinen Freundinnen, um mich abzulenken.

Die Wehen waren im Auto zum Glück auch schwächer, weniger intensiv und die Abstände länger.

CTG, Corona-Test, Geburtsplan

In der Klinik angekommen wurden wir direkt zum Kreißsaal weitergeschickt. Gloria öffnete uns die Tür, sie und Praktikantin Emma hießen uns willkommen und brachten uns ins Vorzimmer. Wir gingen einige Papiere durch, der obligatorische Coronatest wurde gemacht, während ich am CTG Wehen veratmete (die das CTG natürlich nicht aufzeichnete ?).

Ich wurde das erste mal vaginal untersucht, 4 cm. Wir gingen außerdem auch meinen Geburtsplan durch, sprachen über meine Wünsche und was ich auf keinen Fall wollte. Ich wünschte mir eine Wannengeburt, leider nicht möglich, aber ich darf selbstverständlich baden, nur die Geburt aus Beckenendlage in der Wanne geht nicht, der Arzt braucht Sicht.

Was leider auch nicht geklappt hat war der Zugang am Unterarm. Das lag aber an mir, ich habe schlechte Venen und es war absolut nichts zu finden, so musste ich leider mit meinem Zugang in der Ellenbeuge leben. Die beiden ließen uns wieder allein, wir sollten uns einrichten und in Ruhe ankommen.

Eine Stunde später fragte Gloria wie es mir geht. Ich hatte gerade eine Wehe, bei der ich das erste mal das Gefühl hatte ich müsste schieben. Sie wollte nochmal untersuchen, um sicher zu gehen. 6 Zentimeter. Wow!

Wehen im Kreißsaal

Wir zogen um in den Kreißsaal und mir wurde klar: hier kommt heute mein Kind auf die Welt. Ich sollte mal aufs Klo gehen, denn sie meinte, wenn Blase und Darm leer sind, tue ich mich leichter und die „gehockte“ Haltung bringt etwas für den Muttermund. In der nächsten Pause ging ich also mit meinen Mann aufs Klo.

Ich saß da und musste pressen!

Ich hatte so Angst, dass das Baby im Klo landet!

Nach zwei Wehen gingen wir zurück in den Kreißsaal, wo ich mich kurz darauf übergeben musste (zum Glück nur Wasser). Mein Mann klingelte. Gloria kam sofort, gemeinsam wischten sie meine Sauferei auf.

Ich fragte nach Schmerzmitteln. Da ich das Gefühl hatte, gar keine Pause mehr zu haben, einigten wir uns auf Buscopan über den Zugang. Es ging auch direkt etwas besser, ich hatte einige Minuten Pause und konnte mich seitlich aufs Bett legen. Aber leider hielt der Zauber nicht so lang und bald kam eine Hammer-Wehe nach der anderen. Ich versuchte sie zu veratmen und jammerte, dass ich nach Hause will. Gloria meinte nur, dass ich das schon schaffe und es bald so weit ist. Mein Mann hielt meine Hand und atmete mit mir.

Wirken die Presswehen?

Um 9 Uhr platze die Fruchtblase. Ab da ging ich in den Vierfüßler und Gloria tastete noch ein weiteres Mal: komplett offen. Und ich presste, jedoch hatte ich das Gefühl, dass sich nichts tut. Untenrum brannte alles, wie damals, als beim Großen der Kopf unmittelbar vor dem Durchtreten war. Daher dachte ich, ich muss es doch gleich geschafft haben und sie sagte immer: Der Po muss noch tiefer.

Und ich fragte mich, warum die Ärzte nicht kommen. 2 oder 3 Wehen später sagte Gloria dann, dass sie tatsächlich das Team ruft, wir sind so weit. Ich soll keine Angst bekommen, es ist alles okay, es kommen 2 Ärzte und eine weitere Hebamme. Mir war alles egal.

Als der Arzt da war und sich kurz vorstellte sagte ich nur: ich will doch lieber einen Kaiserschnitt! Geht das noch?

Und er lachte nur und sagte, dass wir es gleich geschafft haben. Weitere 2 oder 3 Wehen später sagte er, ich soll mich lieber auf den Rücken legen. Ich kam der Empfehlung nach, in der Situation hätte ich wahrscheinlich alles gemacht. Gloria und eine andere Frau stützen meine Füße, mein Mann stand hinter mir und hielt meinen Kopf. Und tatsächlich, mit der nächsten Wehe gebar ich den Körper unseres Sohnes. Der Arzt fing ihn auf und hielt ihn, während Gloria mit sagte, was ich tun sollte.

„Wenn die nächste Wehe kommt pressen und dann drücken so fest es geht.“ Der Kopf musste schließlich noch raus. Aber die Wehe kam nicht. Alle, einschließlich mir, warteten. Ich wusste: Die Zeit drängt. Gloria drückte vorsichtig auf meinen Bauch, und das löste die letzte Wehe aus, während der Arzt den Kopf aus meinem Becken „befreite“.

Ich bekam ihn sofort auf die Brust, es wurde noch Blut aus der Nabelschnur abgenommen, und da lag er, in mein Handtuch gewickelt, klein und perfekt, sichtlich erschöpft aber wohlauf. Wir durften anderthalb Stunden kuscheln, danach wurde die U1 gemacht, während ich genäht wurde (Scheidenriss und Dammriss Grad 2). Um 17 Uhr wurden wir dann endlich nach Hause entlassen und waren pünktlich zum Abendessen zuhause.

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