Manon: Hausgeburt von Claire

Heute ist der 3.12., und der 3. Tag meines Geburtsgeschichtenadventskalenders. Alle, die die tägliche Adventskalender-Mail bekommen, erhalten also auch wieder Infos zum nächsten Gewinnspiel 🙂 Viel Spaß!

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Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Geburtsgeschichten-Adventskalenders 2023. Alle Folgen sowie Infos zu Gewinnspielen findest du unten.

Manon: Claire

29.08.2014, 36+6

7.56 Uhr: Die erste Wehe, am Bahnhof Friedrichstraße, auf dem Weg zur Kita.

8.01 Uhr: Die nächste Wehe, in der U-Bahn.

8.15 Uhr: Beide Kinder sind in der Kita abgegeben und informiert, dass sie heute mal vom Papa abgeholt werden.

8.45 Uhr: An der Kasse bei Rewe, noch eben ein paar Kleinigkeiten eingekauft. 🙂

9.00 Uhr: Heimweg. Die Wehen kommen unregelmäßig mit 5 bis 10 Minuten Abstand. Ich überlege unterwegs, eine WhatsApp-Gruppe zu eröffnen und in die Runde zu fragen, wer eine Live-Übertragung der Geburt wünschte. Breche dann nach der Überlegung, wer alles ‘dabei sein wollte‘, aber doch ab. Ich bin doch erst bei 36+6 – das kann doch jetzt noch nicht die Geburt sein! Oder? Immerhin sind die anderen beiden bei 39+5 und 39+6 geboren worden.

10.00 Uhr: Ich trinke einen großen Becher Blutorangen-Saft und koche mir eine Tasse Himbeerblättertee. Nebenher schreibe ich via Threema mit einer Freundin, die mich heute besuchen kommen möchte. Ich erzähle ihr von den Wehen und sage, sie soll sich lieber noch nicht auf den Weg machen.

Ein paar Freundinnen in einer bereits bestehenden WhatsApp- und Facebook-Gruppe schreibe ich auch. „Nun habe ich also doch noch Senkwehen“ war meine Eröffnung des Gesprächs. Tief im Inneren weiß ich aber wohl, dass heute geboren wird. Die Uhrzeit der ersten Wehe am Bahnhof habe ich mir ganz genau gemerkt und den Hintergedanken im Kopf „vor 13 Uhr sind wir fertig“.


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11.00 Uhr: Baby-Windeln werden vom Schrank herunter geholt, Wärmflaschen fürs Bett vorbereitet, saubere Handtücher bereit gelegt…

11.28 Uhr: Ich versuche, Markus anzurufen, um ihn von der Arbeit weg zu holen. Er geht nicht ans Handy. Ich warte auf den Rückruf.

11.39 Uhr: Markus ruft zurück und will direkt aus dem Büro los. Ich sage ihm, er solle erst noch das fertig machen, wo er gerade dabei ist, und aber bitte bis 12.30 Uhr zu Hause sein.

11.50 Uhr: Ich gehe in die Badewanne. Der Funkwecker ist mein Begleiter, ich schaue auf den Wehenabstand. Er pendelt sich nach einer Weile bei 3 Minuten ein.

12.20 Uhr: Markus ist zu Hause. Er fragt, ob er den Pool vorbereiten soll. Ich sage ihm, dass dafür nicht genügend Zeit bleibt und er legt stattdessen auf meinen Wunsch hin Wickelunterlagen vor das Bett. An die Stelle, wo Coraline vor genau 2 Jahren und 9 Monaten geboren ist.

12.30 Uhr: Ich will aus der Wanne heraus. Markus hilft mir dabei und geleitet mich ins Schlafzimmer.

12.35 Uhr: Ich knie vor dem Bett. Der Funkwecker steht vor mir. Ich halte mich in den Wehen an der Bettdecke fest.

12.36 Uhr: Markus ruft unsere Hebamme, Jasmin, an. Dies war unser Kompromiss, den wir in der Schwangerschaft ausgemacht hatten. ‘Du darfst die Hebamme anrufen, wenn ich Presswehen habe.‘ hatte ich gesagt. – Ich wollte alleine gebären und er wünschte sich eine Hebamme zur U1 danach.

12.43 Uhr: Blasensprung mit der zweiten Presswehe.

12.44 Uhr: Markus sagt mir, dass er den Kopf sehen kann.

12.46 Uhr: Der Kopf ist geboren. Ich ordne „nicht anfassen!“ an und sage direkt darauf, dass er das Baby gleich auffangen muss. (Ich klammere mich immer noch an der Bettdecke auf dem Bett fest und kann mich nicht davon lösen.)

12.48 Uhr: Markus fängt das Baby auf. Noch bevor er es mir zwischen den Beinen hindurchreichen kann…

12.49 Uhr: …ist die Plazenta bereits da. Wahnsinn, was für eine kurze Nabelschnur! (Ich hatte ja schon in der Schwangerschaft gesagt, dass die Nabelschnur wohl sehr kurz oder ums Baby gewickelt sein muss, da es wochenlang mit dem Rücken auf derselben Seite lag und sich nicht wie die anderen beiden immer mal hin und her drehte.)

Nun kann ich unser Baby in meine Arme nehmen, ein Mädchen, eine Claire!
Wir wickeln Claire in ein Handtuch, ordnen uns, säubern meine Beine und machen es uns auf dem Bett gemütlich.

13.07 Uhr: Markus gibt unserer Hebamme Bescheid, dass Claire und die Plazenta geboren sind.

13.15 Uhr: Jasmin ist da. 

Danach habe ich nicht mehr auf die Uhr geschaut.

Irgendwann schneidet Markus die Nabelschnur durch, damit ich Claire gemütlicher an die Brust legen kann. Jasmin untersucht die Plazenta auf Vollständigkeit, danach macht Markus einen Abdruck auf der Leinwand.

Später bringt er mir wie gewünscht ein Stückchen Plazenta und ein Glas Kirschsaft (den ich vorhin noch bei Rewe gekauft hatte). Ich kaue etwas auf dem Stück herum und schlucke es mit Saft herunter.

Die nächsten drei Tage schlucke ich jeweils auch noch ein Stück, Markus hat sie vorbereitet und eingefroren. Im Gegensatz zur letzten Geburt sind die Nachwehen dadurch viel erträglicher.

Alle Geschichten im Adventskalender 2023

An dieser Stelle werde ich alle bereits veröffentlichten Geburtsgeschichten des Adventskalenders 2023 auflisten. Aus technischen Gründen kann das ein paar Tage dauern. Du findest aber auch alle Geschichten hier.

  1. Michèle: Elisas Hausgeburt
  2. Lea: Beckenendlagengeburt nach erfolgloser Äußerer Wendung
  3. Manon: Hausgeburt von Claire
  4. Sarah: Hausgeburt von Max Benedikt
  5. Barbara: Ungewollter Kaiserschnitt
  6. Wanda: 103 Stunden Geburt
  7. Anna: Anouks Geburt im Geburtshaus mit Notfallverlegung
  8. Anne: Kaiserschnitt nach Schwangerschaftsdiabetes und erfolgloser Einleitung
  9. Martina: 2 mal Kaiserschnitt, VGA2C, Hausgeburt
  10. Bea: Aufgeben ist nicht das Ziel
  11. Gerit: Im Krankenhaus gibt’s keine Decken
  12. Verena: Persönlichkeitsentwicklung hoch Drei
  13. Julias Sternenkind: Geburt zuhause
  14. Marion: Loreley wurde tot geboren
  15. Maranda: Today my baby will be born
  16. Natalie: Hausgeburt einer Sternenguckerin
  17. Natalie: Mit Kaiserschnitt im Reinen
  18. Magdalena: Hingabe an den weiblichen Körper
  19. Sabine: versöhnliche Krankenhausgeburt nach außerklinischen Geburten
  20. Patricia: Hausgeburt im Wasser oder an Land?
  21. Stefanie: Dominik lebte nur fünf Tage
  22. Melissa: Wenn das Körpergefühl verschwindet
  23. Laura: Alleingeburt nach Kaiserschnitt
  24. Tanja: Der Kreislauf der Natur
  25. Bonus: Maria: Ungeplante Alleingeburt

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Katharina Tolle

Wie schön, dass du hier bist! Ich bin Katharina und betreibe seit Januar 2018 diesen Blog zu den Themen Geburtskultur, selbstbestimmte Geburten, Geburtsvorbereitung und Feminismus.

Meine Leidenschaft ist das Aufschreiben von Geburtsgeschichten, denn ich bin davon überzeugt, dass jede Geschichte wertvoll ist. Ich helfe Familien dabei, ihre Geschichten zu verewigen.

Außerdem setze ich mich für eine selbstbestimmte und frauen*-zentrierte Geburtskultur ein. Wenn du Kontakt zu mir aufnehmen möchtest, schreib mir gern!

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2 Gedanken zu „Manon: Hausgeburt von Claire“

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