Michèle: Elisa

Heute ist der erste Dezember 2023, und damit beginnt endlich wieder der Geburtsgeschichten-Adventskalender. Heute erzählt Michèle von der Geburt ihrer Tochter Elisa.

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Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Geburtsgeschichten-Adventskalenders 2023. Alle Folgen sowie Infos zu Gewinnspielen findest du unten.

Elisa 03.02.2023 – 19.00 Uhr – Hausgeburt

Die Schwangerschaft

Mein zweites Kind war ein absolutes Wunschkind und auch geplant (das erste war zwar auch gewünscht, aber nicht direkt geplant…).

Nach meiner ersten Hausgeburt beim ersten Kind wollte ich erstmal einiges aufarbeiten und bearbeiten, als ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hatte. Denn mit der Freude über das neue Menschlein in meinem Bauch kam sogleich die Angst vor den Geburtsschmerzen und den Anforderungen in den ersten Monaten hoch.

Ich habe einiges gemacht, von energetischen Therapien über Psychologisches Coaching. Alles hat dazu beigetragen, dass ich mit einem ganz anderen Gefühl die zweite Geburt erleben konnte.


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Meine eigene Geburt und die meiner ersten Tochter waren zwar sehr unterschiedlich (meine Geburt: übertragen, Einleitung über 3 Tage, Fruchtblase aufgestochen nach Punktion, innerhalb von 3 Stunden geboren / Geburt meiner ersten Tochter: Hausgeburt, natürlich, nach 29 Stunden Wehen geboren), jedoch war das Gefühl dasselbe – absolute Ohnmacht und Überforderung.

Diese Schwangerschaft ließ ich, nach dem Selbsttest, von meiner Hausärztin im Blut feststellen. Sie hat dann auch die Krankschreibung und später das Beschäftigungsverbot für mich ausgestellt und mich bei Bedarf homöopathisch unterstützt, beim Gynäkologen war ich dieses Mal nicht. Dieses Mal hatte ich eine reine Hebammenbetreuung (es waren zwei). Circa acht Termine und vorwiegend Gespräche, einmal Blutdruck und Gewicht gemessen. Ansonsten nur Tasten der Lage des Kindes.

In der Schwangerschaft hatte ich erst starke Übelkeit, was auch mit einem toten Zahn zusammenhing und nach dem Ziehen des Zahnes schlagartig besser wurde (ca. Ende 3. Monat).

Ich war ab dem 4. Monat sehr oft krank (oft im Wechsel mit meiner kleinen Tochter, die ich aufgrund von Schmerzen kurz davor abgestillt hatte). Ansonsten ging es mir gut und ich versuchte, die Schwangerschaft neben dem kleinen Wirbelwind zu genießen.

Die Geburt

Um 4.40 Uhr wurde ich von sanften Wellen geweckt, es hat sich diesmal wirklich wie Wellen in mir drin angefühlt. Deshalb war ich erst unsicher, ob es jetzt wirklich los geht. Da ich nicht mehr einschlafen konnte, bin ich aufgestanden. Um 5.30 Uhr wurde meine große Tochter wach und auch mein Partner.

Ich hab die Geburtskerzen angezündet und schon mal die Geburtskiste ins Wohnzimmer geholt. Die Wellen wurden ein bisschen stärker und ich hab mit geatmet, meist stehend an unser Regal gestützt. Der Druck an den Händen tat mir sehr gut.

In den ersten 2/3 der Geburtszeit hab ich verschiedene CDs von Lex van Someren* gehört, mitgesungen und Om getönt (gerade bei den Wellen). Ich habe mich immer öfter am Regal abgestützt. Ich fühlte mich mehrheitlich vollkommen entspannt und war immer wieder erstaunt, dass ich keine Schmerzen habe.

Als meine Tochter CD hören wollte, hab ich sie mit meinem Partner ins Schlafzimmer geschickt.

Gegen 9.00 war ich ziemlich müde und hab mich zwischen den Wellen hingesetzt und gedöst Der Abstand war da noch 15 bis 20 Minuten.

Ich hab dann meinen Partner und meine Tochter gegen 11.00 Uhr zum Einkaufen geschickt und lief selbst noch 5 Stockwerke nach unten und wieder hoch, um kurz frische Luft zu schnappen.

Gegen 14.00 Uhr haben wir den Pool aufgebaut. Die Wellen waren im Wasser erst kurz weg und wurden dann immer intensiver. Da merkte ich, dass ich meinen Partner brauche. Unsere Tochter wollte jedoch nicht alleine im Zimner sein und bei mir im Raum war sie mir zu wuselig.

Gegen 16.00 Uhr konnte ich die Wellen nicht mehr so gut veratmen (es war das erste Mal schmerzhaft für mich), mein Partner hatte immer gegen mein Steißbein gedrückt, was mir bis dahin sehr geholfen hatte, das half nun auch nur noch wenig.

Wir haben dann die Hebamme angerufen (ich hatte sie bis dahin per SMS auf dem Laufenden gehalten) und eine Freundin, die sich um meine Tochter kümmern sollte.

Da ich Gegendruck brauchte an meinen Händen bin ich wieder raus aus dem Pool, da darin die Wellen nicht mehr aushaltbar für mich waren.

Um 17.00 Uhr kam die Hebamme an und kurz darauf meine Freundin, die dann mit meiner Tochter im Schlafzimmer gespielt hat.

Die Hebamme hat ein paar Fragen gestellt, sich sonst zurück gehalten. Ich hatte irgendwie mehr „Hilfe“ von ihr erwartet, weil ich keine Stellung mehr fand, die aushaltbar war. Ich dachte, bei den Wellenabständen wird es noch ewig dauern… Auch die Fragen, besonders während der Wellen, haben mich sehr aus dem Konzept gebracht… Ich denke, das war mit ein Grund, weshalb die Schmerzen immer heftiger wurden, ich habe mich nicht 100 Prozent wohl und irgendwie gestört gefühlt. Als ich das dann einmal lautstark mitgeteilt habe, wurde es besser. Meine Hebamme hat mir keine Fragen mehr gestellt und nur noch flüsternd mit meinem Partner gesprochen, das fand ich sehr angenehm.

Meine Geburtspositionen wechselten zwischen Vierfüßler, im Stehen oder mit dem Oberkörper auf einem Kissen liegend und kniend.

In den Pausen war es einfach still und friedlich in mir, das bestätigte meine Befürchtung, dass das Baby noch lange nicht kommt (ich hatte meine letzte Geburt ganz anders in Erinnerung, ohne große Pausen am Ende).

Ich hab dann angefangen zu jammern, dass ich nicht mehr will und keine Lust mehr habe. Mir war schon klar, dass dies meist kurz vor dem Ende auftritt. Nur dachte ich, dass es wahrscheinlich doch noch ewig dauern wird bei mir.

Gegen 18.40 Uhr lief dann Fruchtwasser und ich bin mit meinem Partner aufs Klo. Ich hab ihm noch gesagt, dass mich die Hebamme nervt (vor allem die Fragen zwischendurch, da ich kaum Denken konnte während und zwischen den Wellen) und hab dann mal getastet und gemerkt, dass der Kopf schon fast draußen war. Ein paar Wellen habe ich auf dem Klo verbracht und dann gesagt, dass es wohl gleich komme.

Meine Hebamme ermutigte mich, zurück ins Wohnzimmer zu kommen, was ich dann auch mit Hilfe von meinem Partner geschafft habe. Ich habe mich dann neben die Couch gestellt, eine Hand zwischen den Beinen. Auf der anderen Seite gestützt von meinem Partner.

In zwei Wellen war der Kopf geboren. Den „Ring of fire“ hab ich diesmal gar nicht so wahrgenommen, da ich so konzentriert und motiviert war.

Nach dem Kopf wartete ich auf die nächste Welle und schob meine Tochter ganz langsam in meine Hand und in die meines Partners. Punkt 19.00 Uhr war sie geboren.

Die Plazenta kam circa 20 Minuten später. Davor hatte ich noch zwei ziemlich starke Nachwellen, die es in sich hatten. Das kannte ich gar nicht von meiner ersten Tochter.

Die Plazenta schob ich dann mit einer Welle heraus, sie war ganz, mit fast intakter Fruchtblase (außer dem kleinen Loch, wo meine Tochter rausgeschlüpft ist).

Meine Tochter war sofort rosig, hatte kurz geweint und war danach sehr aufmerksam. Sie hat sofort an der Brust gesaugt und war genau wie ich wohlauf. Auch diesmal hatte ich bis auf zwei kleine Schürfungen keinerlei Verletzungen.

Alles in allem war die Geburt sehr kraftvoll, energetisch und vor allem gänzlich selbstbestimmt. Es gab keinerlei Untersuchungen, kein Messen der Herztöne, einfach nur ich, mein Körper, das Baby und mein Partner. So eine Erfahrung wünsche ich jeder Frau auf dieser Welt!

Auch die Anfangszeit mit meiner zweiten Tochter war sehr friedlich und entspannt. Ich hatte so einen Adrenalinschub und so ein tolles positives Gefühl und eine innere Ruhe in mir, was mich sehr bestärkt hat. Diese Geburt hat mich nochmal verändert und wieder ein Stück weiter zu meiner wahren Essenz gebracht.

Alle Geschichten im Adventskalender 2023

An dieser Stelle werde ich alle bereits veröffentlichten Geburtsgeschichten des Adventskalenders 2023 auflisten. Aus technischen Gründen kann das ein paar Tage dauern. Du findest aber auch alle Geschichten hier.

  1. Michèle: Elisas Hausgeburt
  2. Lea: Beckenendlagengeburt nach erfolgloser Äußerer Wendung
  3. Manon: Hausgeburt von Claire
  4. Sarah: Hausgeburt von Max Benedikt
  5. Barbara: Ungewollter Kaiserschnitt
  6. Wanda: 103 Stunden Geburt
  7. Anna: Anouks Geburt im Geburtshaus mit Notfallverlegung
  8. Anne: Kaiserschnitt nach Schwangerschaftsdiabetes und erfolgloser Einleitung
  9. Martina: 2 mal Kaiserschnitt, VGA2C, Hausgeburt
  10. Bea: Aufgeben ist nicht das Ziel
  11. Gerit: Im Krankenhaus gibt’s keine Decken
  12. Verena: Persönlichkeitsentwicklung hoch Drei
  13. Julias Sternenkind: Geburt zuhause
  14. Marion: Loreley wurde tot geboren
  15. Maranda: Today my baby will be born
  16. Natalie: Hausgeburt einer Sternenguckerin
  17. Natalie: Mit Kaiserschnitt im Reinen
  18. Magdalena: Hingabe an den weiblichen Körper
  19. Sabine: versöhnliche Krankenhausgeburt nach außerklinischen Geburten
  20. Patricia: Hausgeburt im Wasser oder an Land?
  21. Stefanie: Dominik lebte nur fünf Tage
  22. Melissa: Wenn das Körpergefühl verschwindet
  23. Laura: Alleingeburt nach Kaiserschnitt
  24. Tanja: Der Kreislauf der Natur
  25. Bonus: Maria: Ungeplante Alleingeburt

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Katharina Tolle

Wie schön, dass du hier bist! Ich bin Katharina und betreibe seit Januar 2018 diesen Blog zu den Themen Geburtskultur, selbstbestimmte Geburten, Geburtsvorbereitung und Feminismus.

Meine Leidenschaft ist das Aufschreiben von Geburtsgeschichten, denn ich bin davon überzeugt, dass jede Geschichte wertvoll ist. Ich helfe Familien dabei, ihre Geschichten zu verewigen.

Außerdem setze ich mich für eine selbstbestimmte und frauen*-zentrierte Geburtskultur ein. Wenn du Kontakt zu mir aufnehmen möchtest, schreib mir gern!

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