Natalie: Hausgeburt einer Sternenguckerin

Heute ist der 16. Dezember und Natalie erzählt im Geburtsgeschichten-Adventskalender davon, wie ihre Tochter als Sternenguckerin zu Hause zur Welt kam.

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Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Geburtsgeschichten-Adventskalenders 2023. Alle Folgen sowie Infos zu Gewinnspielen findest du unten.

Natalie: Hausgeburt einer Sternenguckerin

Die Entscheidung für die Hausgeburt

Ich möchte heute von der Geburt unseres dritten Kindes erzählen, unsere zweite Hausgeburt.

Bevor ich die Geburt ein wenig beschreibe, möchte ich jedoch kurz darauf eingehen, warum ich mich für eine Hausgeburt entschieden habe.

Wie gesagt, war es nicht unsere erste Hausgeburt. Bereits mein zweites Kind habe ich zu Hause geboren und hier sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt. Das war der Hauptgrund dafür, dass ich mich erneut dafür entschied.

Insgesamt spielte es aber auch eine Rolle, dass ich bei meinem ersten Kind keine guten Erfahrungen in der Klinik gemacht habe. Ich habe mich nach der Geburt viel reflektiert und mir wurde klar, dass ich mich in einem solchen Setting nicht würde öffnen und loslassen können. Das sind allerdings wichtige Aspekte, die bei einer Geburt eine Rolle spielen. Ich wollte nicht noch einmal in eine solche Interventionskaskade rutschen und mich störte der Blick des Personals auf die Pathologie.

Mir war eine kontinuierliche Begleitung durch eine mir vertraute Hebamme wichtig. Letztendlich kam für mich persönlich am Ende nur eine Hausgeburt infrage. Die Schwangerschaften bei meinen beiden weiteren Kindern vollkommen problemlos verliefen und es sprach somit auch aus diesem Gesichtspunkt nicht dagegen.

Doch schon vor dem Termin?

Meine ersten beiden Kinder, meine ersten beiden lebenden Kinder sollte ich der Vollständigkeit halber vielleicht schreiben, wurden beide über dem errechneten Termin geboren. So rechnete ich auch bei diesem Baby nicht mit der Geburt, bevor dieser Termin erreicht war. Gleichzeitig merkte ich in den letzten zwei Wochen vor Termin, dass ich vermehrt starke Kontaktionen verspürte, der Bauch senkte sich deutlich, ich wurde immer wieder von Wellen geweckt. Insgesamt war das alles anders, als ich es kannte.

Etwa eine Woche vor dem errechneten Termin hatte ich überhaupt keine Lust mehr, ich wollte einfach nicht mehr schwanger sein. Ich war müde, erschöpft und gereizt. Meine Hebamme sagte mir im Nachhinein, dass das sicherlich schon die Latenzphase der Geburt gewesen war.

Geburtsvorfreude

In der Nacht, beziehungsweise in den frühen Morgenstunden, wurde ich mal wieder von Kontraktionen geweckt. Ich musste zur Toilette und spürte einen großen Druck. Mir war schnell klar, dass das nun die Geburt war. Ich war voller Vorfreude.

Weil es noch früh und es der erste freie Tag von uns allen war, legte ich mich noch einmal hin und ließ alle anderen schlafen. Ich selbst konnte nicht mehr schlafen. Dafür war ich viel zu aufgeregt. Ungefähr eine Stunde später weckte ich meinen Mann, damit er die restlichen Sachen für die Geburt zusammensuchen konnte. Ich hatte noch nicht alles fertig, schließlich hatte ich noch nicht wirklich damit gerechnet.

Langweilige Geburt

Mein Mann wollte aber nur schlafen und erst einmal abwarten. Ich stand auf, er kam relativ schnell dazu und auch meine Tochter wachte auf. Sie war ebenfalls aufgeregt und suchte inzwischen mit meinem Mann die letzten Sachen zusammen. Sie ließen mir etwas Wasser in den Geburtspool, wo ich etwas Zeit gemeinsam mit meiner Tochter verbrachte. Als es ihr zu langweilig wurde, ging sie nach oben zu ihrem Opa, der mit uns im Haus wohnte. Mein Sohn war schon vorher nach oben gegangen. Ihm war das ebenfalls zu langweilig.

Als ich alleine im Pool war, hörte ich über mehrere Stunden die Geburtshypnose von der Friedlichen Geburt. Dabei konnte ich gut entspannen, mich den Wellen und der Geburt hingeben. Ich hörte nur Kristins Stimme und brauchte sonst nichts.

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Irgendwann ging ich zur Toilette und wollte danach nicht erneut ins Wasser. Mein Mann massierte mein Kreuzbein während der Wellen und ich hörte weiter die Hypnose. Zunehmend verspürte ich starken Druck nach unten.

Auf meinen Wunsch hin rief mein Mann unsere Hebamme an, die kurze Zeit später bei uns war. Sie motivierte mich und wir sangen gemeinsam während der Kontraktionen. Die Hypnose wollte ich nun nicht mehr hören.

Sternenguckerin

Der Weg ins und durch das Becken war, wie bereits bei meiner vorherigen Geburt, etwas langwierig und für mich anstrengend. Ich war froh, dass meine Hebamme die Situation für mich einordnen konnte. Nachdem meine Tochter bereits sehr tief war, rutschte sie in einer Wellenpause noch einmal höher, dabei drehte sie sich wohl im Bauch, sodass sie letztendlich als Sternguckerin zur Welt kam.

Nach der Wellenpause ging es ziemlich schnell, es waren nur wenige Kontraktionen und sie wurde in einer Welle vollständig geboren.

Ich empfand die Geburt als anstrengend in den letzten zwei bis drei Stunden, schmerzhaft nur bei der letzten Kontraktion, insgesamt aber wunderschön.

Die Plazenta wurde etwa eine halbe Stunde später geboren. Als meine größeren Kinder hinzukamen, durchtrennte meine mittlere Tochter die Nabelschnur. Das war es, was sie sich gewünscht hatte.

Wir kuschelten gemeinsam und genossen es, unser Baby anzuschauen. Es zu riechen und zu küssen. Nun waren wir zu fünft und ein neuer Lebensabschnitt begann mit diesem Tag.


Manifest für eine selbstbestimmte Geburtskultur

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Natalie Clauss

Ich bin Natalie und lebe mit meiner Familie im niedersächsischen Oldenburg. Hier arbeite ich als Famlienbegleiterin, Coach und Doula. Im Rahmen der Familienbegleitung biete ich beispielsweise Stillbegleitungen und Trageberatungen an. Außerdem findest du auf meiner Website Natalie Clauss verschiedene Onlinekurse und einen Blog. Dort kannst du auch noch mehr über mich und meine Arbeit erfahren.

Alle Geschichten im Adventskalender 2023

An dieser Stelle werde ich alle bereits veröffentlichten Geburtsgeschichten des Adventskalenders 2023 auflisten. Aus technischen Gründen kann das ein paar Tage dauern. Du findest aber auch alle Geschichten hier.

  1. Michèle: Elisas Hausgeburt
  2. Lea: Beckenendlagengeburt nach erfolgloser Äußerer Wendung
  3. Manon: Hausgeburt von Claire
  4. Sarah: Hausgeburt von Max Benedikt
  5. Barbara: Ungewollter Kaiserschnitt
  6. Wanda: 103 Stunden Geburt
  7. Anna: Anouks Geburt im Geburtshaus mit Notfallverlegung
  8. Anne: Kaiserschnitt nach Schwangerschaftsdiabetes und erfolgloser Einleitung
  9. Martina: 2 mal Kaiserschnitt, VGA2C, Hausgeburt
  10. Bea: Aufgeben ist nicht das Ziel
  11. Gerit: Im Krankenhaus gibt’s keine Decken
  12. Verena: Persönlichkeitsentwicklung hoch Drei
  13. Julias Sternenkind: Geburt zuhause
  14. Marion: Loreley wurde tot geboren
  15. Maranda: Today my baby will be born
  16. Natalie: Hausgeburt einer Sternenguckerin
  17. Natalie: Mit Kaiserschnitt im Reinen
  18. Magdalena: Hingabe an den weiblichen Körper
  19. Sabine: versöhnliche Krankenhausgeburt nach außerklinischen Geburten
  20. Patricia: Hausgeburt im Wasser oder an Land?
  21. Stefanie: Dominik lebte nur fünf Tage
  22. Melissa: Wenn das Körpergefühl verschwindet
  23. Laura: Alleingeburt nach Kaiserschnitt
  24. Tanja: Der Kreislauf der Natur
  25. Bonus: Maria: Ungeplante Alleingeburt

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Katharina Tolle

Wie schön, dass du hier bist! Ich bin Katharina und betreibe seit Januar 2018 diesen Blog zu den Themen Geburtskultur, selbstbestimmte Geburten, Geburtsvorbereitung und Feminismus.

Meine Leidenschaft ist das Aufschreiben von Geburtsgeschichten, denn ich bin davon überzeugt, dass jede Geschichte wertvoll ist. Ich helfe Familien dabei, ihre Geschichten zu verewigen.

Außerdem setze ich mich für eine selbstbestimmte und frauen*-zentrierte Geburtskultur ein. Wenn du Kontakt zu mir aufnehmen möchtest, schreib mir gern!

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